Bildung beeinflusst die Lebenserwartung

Veröffentlicht: 12. Oktober 2026 · Quelle: VersicherungsJournal.at – redaktionell bearbeitet von POINTNER finanz

(kunid) Ein 35-jähriger Mann mit Hochschulabschluss kann in Österreich im Durchschnitt mit fast sieben Lebensjahren mehr rechnen als ein gleichaltriger Mann mit höchstens Pflichtschulabschluss. Bei Frauen beträgt der Unterschied gut vier Jahre.

Die aktuellen demographischen Indikatoren von Statistik Austria zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen Bildungsabschluss und verbleibender Lebenserwartung. 35-jährige Akademiker konnten 2024 damit rechnen, im Durchschnitt rund 85 Jahre alt zu werden. Bei Männern mit höchstens Pflichtschulabschluss lag die statistische Lebenserwartung bei rund 78 Jahren. Der Unterschied beträgt damit knapp sieben Jahre.

Bei Frauen fällt die Differenz geringer aus. Eine 35-jährige Akademikerin konnte 2024 mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 87,75 Jahren rechnen. Bei Frauen mit höchstens Pflichtschulabschluss waren es rund 83,3 Jahre – ein Unterschied von 4,42 Jahren.

Abstand hat sich zuletzt vergrößert

Von 2023 auf 2024 nahm die verbleibende Lebenserwartung bei Akademikern stärker zu als in den anderen Bildungsgruppen. Bei Männern stieg sie zwar bei allen Bildungsabschlüssen, am stärksten jedoch bei Hochschulabsolventen. Bei Frauen war ein nennenswerter Anstieg ausschließlich in der Gruppe mit Hochschulabschluss zu beobachten.

Statistik Austria betont allerdings, dass Bildung nicht isoliert betrachtet werden kann. „Bildung ist allerdings nicht der einzige Einflussfaktor auf die Lebenserwartung, auch andere Faktoren wie Einkommen und Arbeitsbedingungen spielen hier eine maßgebliche Rolle“, erklärt Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

Mehrere Faktoren wirken zusammen

Ein höherer Bildungsabschluss geht häufig mit besseren Arbeitsbedingungen, höherem Einkommen und anderen Lebensumständen einher. Die Statistik zeigt daher einen Zusammenhang, aber keine einfache Ursache-Wirkungs-Beziehung zwischen Schul- oder Hochschulabschluss und Lebensdauer.

Auffällig bleibt dennoch, wie konstant das Muster ist: Sowohl im Alter von 35 als auch von 65 Jahren steigt die durchschnittlich verbleibende Lebenserwartung mit dem Bildungsniveau.

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