Veröffentlicht: 9. Oktober 2026 · Quelle: VersicherungsJournal.at – redaktionell bearbeitet von POINTNER finanz
(kunid) Beim öffentlichen Laden von Elektroautos können die Preise je nach Anbieter und Zahlungsmethode stark auseinanderliegen. Laut einer aktuellen Studie unterscheiden sich die Tarife am selben Ladepunkt im Extremfall um bis zu 142 Prozent.
Anders als an klassischen Tankstellen ist der tatsächlich zu zahlende Preis an öffentlichen Ladesäulen für Nutzer oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Wer mit einer Ladekarte, Kredit- oder Debitkarte bezahlt, kann am selben Ladepunkt unterschiedliche Tarife verrechnet bekommen.
Der ÖAMTC ließ dafür von Arthur D. Little die Preise von 18 großen österreichischen Ladeanbietern untersuchen. Verglichen wurden Tarife für Standard-, Schnell- und Ultraschnellladen sowie unterschiedliche Zahlungsmethoden.
Bis zu 70 Cent Unterschied pro Kilowattstunde
Laut ÖAMTC-Ladekompass unterscheiden sich die Preise für Endkunden im Extremfall um beinahe 70 Cent pro Kilowattstunde. Das entspricht Mehrkosten von bis zu 142 Prozent gegenüber dem günstigsten verfügbaren Tarif.
Auffällig ist auch der Vergleich zwischen eigenen und fremden Ladekarten: In 90 Prozent der untersuchten Fälle wurden Fremdanbietern höhere Konditionen verrechnet als den eigenen Kunden. Der maximale Aufschlag lag bei 118 Prozent. Zwei Drittel der untersuchten Direktzahlungen mit Kreditkarte waren günstiger als die Standardkonditionen für konkurrierende Ladekartenanbieter.
Die Untersuchung betont allerdings, dass unterschiedliche Preise für sich genommen noch keinen Nachweis für eine unzulässige Diskriminierung darstellen. Die EU-Verordnung AFIR erlaubt Preisunterschiede grundsätzlich, sofern sie verhältnismäßig und sachlich begründet sind.
Mehr Transparenz gefordert
Seit April 2024 schreibt die europäische AFIR-Verordnung vor, dass Preise an öffentlichen Ladepunkten einfach, transparent, vergleichbar und diskriminierungsfrei gestaltet sein müssen.
„Technisch funktioniert das Laden über verschiedene Anbieter längst. Jetzt braucht es klare Spielregeln für transparente Preise und faire Bedingungen“, sagt ÖAMTC-Direktor Ernst Kloboucnik. Der Mobilitätsclub fordert deshalb eine stärkere Kontrolle der bestehenden Regeln und gegebenenfalls strengere Vorgaben für Roaming-Aufschläge.
Für E-Autofahrer bleibt es vorerst ratsam, die Preise vor dem Laden über App oder Anbieterinformationen zu vergleichen – besonders dann, wenn eine fremde Ladekarte verwendet wird.

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