Private Krankenversicherung & Zusatzversicherung in Österreich

Sonderklasse, Privatarzt, Taggeld: So finden Sie den Zusatzschutz, der zu Ihrem Leben passt.

Individuelle BedarfsanalyseZugang zu den besten SpezialistenOptimale TarifePersönliche Betreuung

Von Rudolf Adlmanninger, Versicherungsmakler · Stand: Juli 2026

Diese Krankenversicherer in Österreich berücksichtigen wir bei Vergleich und Beratung:

Kurz gesagt: In Österreich ist jeder gesetzlich krankenversichert – eine „private Krankenversicherung“ ist hier immer eine Zusatzversicherung: Sonderklasse im Spital, Wahlarzt, Zahn oder Taggeld. Je nach Alter und Tarif kostet sie etwa 30 bis 350 Euro im Monat (Stand 07/2026). Wir vergleichen als unabhängiger Versicherungsmakler die Tarife der österreichischen Versicherer – und sagen ehrlich, was Sie brauchen und was nicht.

Was ist eine private Krankenversicherung in Österreich?

Anders als in Deutschland gibt es in Österreich keine private Krankenvollversicherung: Die gesetzliche Krankenversicherung (ÖGK, SVS oder BVAEB) ist Pflichtversicherung für alle. Was hierzulande „private Krankenversicherung“ heißt, ist genau genommen eine private Krankenzusatzversicherung – sie ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Sozialversicherung, ersetzt sie aber nicht.

Der Unterschied zeigt sich im Krankheitsfall: Die Pflichtversicherung sichert die medizinische Grundversorgung. Die private Zusatzversicherung kauft Ihnen Wahlfreiheit und Komfort dazu – freie Arztwahl und freie Spitalswahl, den Spezialisten Ihres Vertrauens, kürzere Wartezeiten und mehr Komfort im Krankenhausaufenthalt.

Welche Leistungen deckt die private Zusatzversicherung ab?

Die vier Bausteine – einzeln oder kombiniert abschließbar:

  1. Sonderklasse im Spital (Krankenhauszusatzversicherung): freie Spitalswahl, Behandlung durch das Ärzteteam Ihrer Wahl (z. B. den Operateur statt „wer gerade Dienst hat“), Ein- oder Zweibettzimmer, flexible Besuchszeiten. Der wichtigste und meistgewählte Baustein.
  2. Wahlarztversicherung (ambulant): übernimmt Privatarzt- und Wahlarzthonorare, die die gesetzliche Kasse nur teilweise erstattet – gerade bei knappen Kassenarzt-Terminen der schnellste Weg zum Facharzt. Je nach Tarif inklusive Heilbehelfe wie Brille, Physiotherapie oder Alternativmedizin.
  3. Zahn-Zusatzversicherung: Zahnersatz, Kieferorthopädie, Mundhygiene – als Baustein zur Krankenzusatzversicherung. Gut zu wissen: Daneben gibt es die eigenständige Zahnversicherung, die sich ohne Hauptversicherung abschließen lässt (in Österreich bei ERGO und – neu seit 2026 – bei der Allianz). Details auf unserer Zahnversicherungs-Seite.
  4. Krankenhaus-Taggeld (Spitalgeld): zahlt einen Fixbetrag pro Tag im stationären Spitalsaufenthalt. Ehrliche Einschätzung aus der Maklerpraxis: Für Privatkunden empfehlen wir diesen Baustein selten – das Budget ist in Sonderklasse oder Wahlarzt fast immer besser investiert. Und für Selbstständige gibt es gegen den Verdienstausfall deutlich wirksamere Instrumente (siehe unten).

Dazu je nach Versicherer: Entbindung und Familientarife (Babys können bei vielen Versicherern ab Geburt ohne Gesundheitsprüfung mitversichert werden, wenn ein Elternteil versichert ist), Vorsorge-Boni und weltweiter Versicherungsschutz.

Sie sind schwanger oder planen eine Familie? Was bei einer privaten Zusatzversicherung rund um die Geburt noch möglich ist – auch bei bereits bestehender Schwangerschaft – lesen Sie in unserem Ratgeber Zusatzversicherung in der Schwangerschaft.

Was kostet eine private Krankenversicherung in Österreich?

Die Prämie hängt vom Beitrittsalter, dem Gesundheitszustand beim Abschluss, dem gewählten Leistungsumfang und dem Selbstbehalt ab. Richtwerte (Stand 07/2026):

Baustein30 Jahre45 Jahre
Wahlarzt/ambulantab ca. 30–60 €ca. 50–110 €
Sonderklasse mit Selbstbehaltca. 70–150 €ca. 120–250 €
Sonderklasse ohne Selbstbehalt + Privatarztca. 150–250 €ca. 250–350 €

Drei Hebel entscheiden über Ihre Prämie:

  • Früher Einstieg lohnt sich: Das Beitrittsalter bestimmt die Prämie dauerhaft – wer mit 30 einsteigt, zahlt auch mit 60 deutlich weniger als ein 60-jähriger Neukunde.
  • Selbstbehalt senkt die Prämie spürbar (typisch 25–50 % Ersparnis gegenüber Tarifen ohne Selbstbehalt).
  • Vorerkrankungen führen zu Zuschlägen oder Ausschlüssen – deshalb prüfen wir vor dem Antrag anonym, welcher Versicherer Ihren Gesundheitszustand am besten annimmt. Eine Ablehnung in der Akte erschwert sonst jeden späteren Antrag.
  • Optionstarife sichern jungen Einsteigern das günstige Eintrittsalter: kleine Prämie heute, später Wechsel in den vollen Sonderklasse- oder Wahlarztschutz ohne neue Gesundheitsprüfung.

Ist eine private Krankenversicherung in Österreich sinnvoll?

Fast 3,6 Millionen Menschen in Österreich – mehr als jeder Dritte – haben bereits eine private Zusatzversicherung; allein 2024 kamen netto rund 69.000 Neukundinnen und Neukunden dazu, vor allem wegen der immer knapperen Kassenarzt-Termine (Quelle: VVO-Marktzahlen).

Trotzdem, ehrliche Antwort vom Makler: nicht für jeden. Sinnvoll ist sie vor allem, wenn Ihnen mindestens einer dieser Punkte wichtig ist:

  • Schneller Zugang zu Spezialisten: Die Wartezeiten auf Kassenarzt-Termine und planbare Operationen werden spürbar länger; mit Wahlarzt- und Sonderklasse-Deckung verkürzen Sie sie deutlich.
  • Freie Arzt- und Spitalswahl statt Zuweisung – besonders bei ernsten Diagnosen der entscheidende Unterschied.
  • Absicherung der Familie: Kinder günstig mitversichern, Entbindung in der Wunschklinik.
  • Selbstständige: Taggeld und schnelle Behandlung bedeuten kürzeren Ausfall.

Verzichtbar ist sie, wenn das Budget knapp ist und existenzielle Risiken (Berufsunfähigkeit, Haftpflicht, Ableben mit Kredit) noch ungedeckt sind – zuerst die Existenz absichern, dann der Komfort. Genau diese Reihenfolge prüfen wir in der Beratung.

Selbstständig (SVS)? Ihre größte Lücke ist der Verdienstentgang

Angestellte bekommen im Krankenstand wochenlang ihr Gehalt weiter – Selbstständige verdienen ab dem ersten Tag nichts. Die gesetzliche SVS-Unterstützungsleistung greift erst bei einer Arbeitsunfähigkeit von mehr als 42 Tagen und liegt bei rund 40 € pro Tag (Wert 2026): Drei Wochen Grippe oder ein zu Hause auskurierter Bandscheibenvorfall bringen daraus keinen Cent.

  • Betriebsunterbrechungsversicherung (BUFT) – aus unserer Beratungspraxis meist die erste Wahl: Fällt der Betrieb still, weil Sie krank sind oder einen Unfall hatten, ersetzt sie die weiterlaufenden Fixkosten (Miete, Personal, Leasing) und den entgangenen Gewinn – je nach Vertrag bis zu 12 Monate. Die Prämie ist als Betriebsausgabe absetzbar.
  • Krankentaggeld-Versicherung – die schlanke Alternative oder Ergänzung: fixer, steuerfrei ausbezahlter Tagsatz ab dem vereinbarten Tag (z. B. Tag 4 oder 8). Passt vor allem für Dienstleister ohne großen Fixkostenapparat. Was sich in Ihrer Situation besser rechnet, zeigt der Vergleich in der Beratung.
  • SVS-Optionstarife clever nutzen: Wer bei der SVS die Sonderklasse- bzw. Geldleistungs-Option wählt, bekommt bei privaten Sonderklasse- und Wahlarzt-Tarifen teils deutliche Prämiennachlässe. Diese Kombination rechnen wir in der Beratung immer mit.

Aus Deutschland nach Österreich gezogen – was wird aus meiner PKV?

Rund 20.000 Deutsche ziehen jedes Jahr nach Österreich – und stellen alle dieselbe Frage: „Ich war in Deutschland privat versichert, was passiert jetzt?“ Die Antwort in Kurzform:

  • Mit Job in Österreich sind Sie automatisch pflichtversichert (ÖGK bzw. SVS als Selbstständiger). Eine Weiterführung der deutschen PKV als Vollversicherung ist dann nicht möglich – Doppelbeiträge lohnen sich nicht.
  • Deutsche PKV kündigen oder in Anwartschaft umwandeln: Wer eine Rückkehr nach Deutschland nicht ausschließt, sichert sich mit einer Anwartschaft den Wiedereinstieg ohne neue Gesundheitsprüfung. Das klären wir mit Blick auf Ihre Lebensplanung.
  • Den gewohnten Privatpatienten-Status holen Sie sich in Österreich mit einer Krankenzusatzversicherung zurück: Sonderklasse plus Wahlarzt entspricht ungefähr dem Komfort, den Sie aus der deutschen PKV kennen – zu meist deutlich niedrigeren Prämien.
  • Achtung Übergangslücken: Zwischen Abmeldung in Deutschland und erster Anstellung in Österreich kann eine Versicherungslücke entstehen (Stichwort Selbstversicherung). Und: Je früher der Abschluss der Zusatzversicherung nach dem Umzug, desto besser Alter und Annahme.

Neu in Österreich? Wir betreuen Kundinnen und Kunden in ganz Österreich zu 100 % online – viele davon Zugezogene aus Deutschland, die uns über unsere Google-Rezensionen finden. Erstgespräch, Vertragsanalyse, Abschluss: alles per Video-Call und App.

Kurzes Gespräch buchen (15 Min)

Diese Versicherer bieten private Krankenversicherungen in Österreich an

Der Markt ist überschaubar und hochkonzentriert: Die drei größten Anbieter vereinen über 80 % des Prämienvolumens. Alle lizenzierten Krankenversicherer im Überblick (Marktanteile 2024, Quelle: VVO/AssCompact):

VersichererMarktanteil 2024Besonderheit
UNIQA43,5 %Marktführer, dichtestes Vertragsärzte- und Klinik-Netz
Merkur18,9 %Nr. 2 – hat 2022 die Nürnberger übernommen
Wiener Städtische17,4 %stark im regionalen Vertrieb
Generali13,2 %flexible Paket-Tarife
Allianz5,0 %Options- und Kombitarife
Donau1,0 %Zweitmarke der Vienna Insurance Group
muki0,5 %Familien-Spezialist aus Bad Ischl
ERGO0,3 %eigenständige Zahnversicherung – ohne gekoppelte Hauptversicherung abschließbar (wie seit 2026 auch die Allianz)
Wüstenrot0,2 %
GRAWE0,1 %regional stark, bietet keine eigene Zahnversicherung

Diese Versicherer berücksichtigen wir in unserem Vergleich: Allianz, Donau, ERGO, Generali, GRAWE, Merkur, muki, UNIQA und Wiener Städtische (siehe Logo-Band oben). Die eigenständigen Zahnversicherungen von ERGO und Allianz ergänzen den Vergleich überall dort, wo ein Versicherer keine Zahnversicherung anbietet – etwa bei der GRAWE. (Die Wüstenrot ist mit 0,2 % Marktanteil ein Nischenanbieter und nicht Teil unseres Vergleichs.)

Jeder Versicherer hat andere Stärken – die einen sind bei der Annahme von Vorerkrankungen kulanter, andere beim Wahlarzt-Tarif oder bei Familien stark. Als unabhängiger Versicherungsmakler vergleichen wir Tarife und Annahmerichtlinien über alle diese Gesellschaften – Sie bekommen den Vertrag, der zu Gesundheitszustand, Budget und Lebenssituation passt, nicht das Produkt einer einzelnen Gesellschaft.

So läuft die Beratung ab

  1. Kurzes Erstgespräch (15 Min, Telefon oder Google Meet): Wir klären Bedarf und Budget.
  2. Analyse: Wir prüfen bestehende Verträge und – bei Vorerkrankungen – anonym die Annahmechancen bei mehreren Versicherern.
  3. Vergleich & Empfehlung (30 Min): Sie sehen 2–3 konkrete Tarife mit Prämien, und wir sagen klar, welchen wir warum empfehlen.
  4. Abschluss & Betreuung: Antrag, Polizze – und im Leistungsfall kümmern wir uns. Professionelle Schadenabwicklung ist unser Markenzeichen.

Häufige Fragen

Wie viel kostet eine private Krankenversicherung in Österreich im Monat?

Je nach Alter, Gesundheitszustand und Leistungsumfang zwischen rund 30 € (reiner Wahlarzt-Tarif, jung) und 350 € (Sonderklasse ohne Selbstbehalt plus Privatarzt, 45+). Eine 30-jährige Person zahlt für Sonderklasse mit Selbstbehalt typischerweise 70–150 € monatlich (Stand 07/2026).

Gibt es Wartezeiten?

Ja. Üblich sind 3 Monate allgemeine Wartezeit ab Vertragsbeginn, für Entbindung meist 9 Monate. Bei Unfällen entfällt die Wartezeit in der Regel.

Was passiert bei Vorerkrankungen?

Der Gesundheitszustand bei Antragstellung entscheidet über Annahme, Zuschläge oder Ausschlüsse. Wir fragen vorab anonym bei mehreren Versicherern an, damit keine Ablehnung in Ihrer Akte landet.

Was ist der Unterschied zwischen Sonderklasse und Wahlarzt?

Die Sonderklasse wirkt stationär (Spital: freie Klinik- und Arztwahl, Ein-/Zweibettzimmer), die Wahlarztversicherung ambulant (Honorare von Wahl- und Privatärzten). Beides ist kombinierbar.

Ist die private Krankenversicherung trotz privater Unfallversicherung sinnvoll?

Ja, das sind verschiedene Dinge: Die Unfallversicherung zahlt bei dauerhaften Unfallfolgen (Invalidität), die Krankenzusatzversicherung bei jeder Krankheit und Behandlung. Ein Herzinfarkt ist kein Unfall.

Kann ich die Versicherung ruhend stellen?

Viele Tarife lassen sich bei längerem Auslandsaufenthalt ruhend stellen oder reduzieren – die Details stehen in den Bedingungen, wir prüfen das vor Abschluss.

Ich bin aus Deutschland zugezogen – kann ich meine deutsche PKV behalten?

Als Vollversicherung in der Regel nein, sobald Sie in Österreich pflichtversichert sind. Sinnvoll ist oft eine Anwartschaft für die Rückkehr-Option plus eine österreichische Zusatzversicherung für den gewohnten Komfort. Genau dafür gibt es unser kostenloses Erstgespräch.

Bis zu welchem Alter kann ich abschließen?

Grundsätzlich in jedem Alter, aber: Je später der Einstieg, desto höher die Prämie und desto strenger die Gesundheitsprüfung. Der beste Zeitpunkt ist jetzt.

Kann ich die private Krankenversicherung von der Steuer absetzen?

Für Angestellte und Pensionisten: nein. Die Absetzbarkeit als Sonderausgabe wurde mit dem Veranlagungsjahr 2021 gestrichen, auch die Übergangsregel für Altverträge ist ausgelaufen. Selbst getragene Krankheitskosten (Selbstbehalte, Zahnbehandlungen) können unter Umständen als außergewöhnliche Belastung zählen – mit einkommensabhängigem Selbstbehalt von 6–12 %. Selbstständige: SVS-Pflichtbeiträge und die freiwillige gesetzliche SVS-Zusatzversicherung sind Betriebsausgaben; die Prämie der privaten Zusatzversicherung ist aber auch hier nicht absetzbar.

Was gilt für Selbstständige (SVS)?

Erstens: Ohne Vorsorge fehlt ab dem ersten Krankheitstag jeder Verdienst – die gesetzliche SVS-Unterstützungsleistung greift erst nach 42 Tagen Arbeitsunfähigkeit mit rund 40 € pro Tag. Diese Lücke schließt in den meisten Fällen am besten eine Betriebsunterbrechungsversicherung (ersetzt Fixkosten und entgangenen Gewinn, Prämie als Betriebsausgabe absetzbar); ein privates Krankentaggeld ist die schlanke Alternative für Betriebe ohne große Fixkosten. Zweitens: Mit den SVS-Optionstarifen (Sonderklasse- bzw. Geldleistungs-Option) sinken die Prämien privater Zusatztarife oft deutlich – das rechnen wir in der Beratung mit.

Passende Artikel aus dem Ratgeber

Persönlich weiterkommen: Fordern Sie Ihr unverbindliches Angebot an – oder besprechen Sie Ihre Situation in 30 Minuten online.

Angebot anfordern Beratung buchen (30 Min)

Quellen und fachlicher Stand

Fachlicher Stand: Juli 2026. Links und Zahlen werden regelmäßig geprüft und bei Bedarf aktualisiert.