Begräbniskostenversicherung in Österreich: Kosten, Nutzen und ehrlicher Vergleich

Angehörige entlasten, ehrlich verglichen: Was die Vorsorge kostet, was sie bringt – und wann ein Sparbuch reicht.

Alle Anbieter im VergleichBeratung ohne VerkaufsdruckPrämien transparent erklärtAbwicklung im Ernstfall

Kurz gesagt: Ein Begräbnis kostet in Österreich meist 5.000 bis 15.000 Euro – Geld, das Angehörige oft kurzfristig aufbringen müssen, weil das Erbe erst nach Monaten verfügbar ist. Eine Begräbniskostenversicherung zahlt die vereinbarte Versicherungssumme rasch und direkt an die Bezugsberechtigten aus. Sinnvoll ist sie vor allem ab 50 ohne größere Rücklagen – aber nicht für jeden. Wir vergleichen als unabhängiger Makler die Anbieter und sagen ehrlich, ob sich das für Sie rechnet.

Was kostet ein Begräbnis in Österreich?

Richtwerte (Stand 07/2026, je nach Region und Ausgestaltung):

BestattungsartKosten
Feuerbestattung (einfach, Urne)ca. 3.500–6.500 €
Erdbestattung (klassisch)ca. 6.000–10.000 €
Gehobene Bestattung (neues Grab, Grabstein, große Trauerfeier)12.000–15.000 € und mehr

Dazu kommen Positionen, die viele unterschätzen: Grabnutzungsgebühren und Grabstein (allein oft 2.000–6.000 €), Trauerfeier und Gasthaus, Parten und Blumen, die laufende Grabpflege (über 20 Jahre gerechnet oft 4.000–9.000 €) – und bei einem Tod im Ausland die Überführungskosten, die schnell mehrere Tausend Euro erreichen. Eine Gesamtsumme von 10.000 Euro ist keine Seltenheit.

Und die Kosten steigen weiter: Friedhofsgebühren und Bestattungsleistungen verteuern sich seit Jahren deutlich stärker als die allgemeine Inflation. Eine Versicherungssumme, die heute passt, kann in 20 Jahren zu knapp sein – achten Sie deshalb bei der Begräbniskostenversicherung auf eine Dynamik-Option (automatische Anpassung der Versicherungssumme) oder wählen Sie die Summe von vornherein großzügiger.

Das eigentliche Problem ist selten die Summe, sondern der Zeitpunkt: Konten des Verstorbenen werden gesperrt, das Erbe ist erst nach Abschluss der Verlassenschaft verfügbar – das dauert in Österreich oft Monate. Die Rechnung des Bestattungsunternehmens kommt aber sofort. Zwar haften die Erben für die Begräbniskosten, vorstrecken müssen sie das Geld trotzdem meist selbst.

Was ist eine Begräbniskostenversicherung?

Die Begräbniskostenversicherung (auch Sterbegeldversicherung, Sterbeversicherung oder Begräbniskostenvorsorge genannt) ist eine lebenslange Ablebensversicherung mit kleiner Versicherungssumme – üblich sind 5.000 bis 30.000 Euro. Im Todesfall wird die vereinbarte Versicherungssumme an die im Vertrag genannten Bezugsberechtigten ausbezahlt:

  • Schnell: in der Regel binnen weniger Tage gegen Sterbeurkunde – lange bevor die Verlassenschaft abgewickelt ist.
  • Am Nachlass vorbei – aber nur mit namentlicher Bezugsberechtigung: Die Auszahlung geht direkt an die im Vertrag namentlich genannte bezugsberechtigte Person und fällt nicht in die Verlassenschaft. Achtung: Steht im Vertrag nur „die gesetzlichen Erben“ oder „der Überbringer der Polizze“, fällt die Summe sehr wohl in die Verlassenschaft – und ist bis zum Ende des Verfahrens blockiert. Genau dieses Detail kontrollieren wir bei jedem Vertrag.
  • Nicht zweckgebunden: Die Angehörigen können damit Bestattung, Grabstein, Überführung oder offene Rechnungen bezahlen – wie sie es brauchen.
  • Steuerlich begünstigt: Die Auszahlung ist KESt-frei.
  • Viele Tarife zahlen bei Unfalltod die doppelte Versicherungssumme.

Was kostet eine Begräbniskostenversicherung?

Die Prämie hängt fast nur vom Eintrittsalter und der Versicherungssumme ab. Größenordnungen: Wer mit 55 eine Summe von 8.000 € versichert, zahlt je nach Anbieter grob 15–30 € im Monat; beim Einstieg mit 70 sind es für dieselbe Summe oft 35–60 €. Die meisten Tarife sehen eine Prämienzahlungsdauer bis 85 vor – danach besteht der Versicherungsschutz lebenslang beitragsfrei weiter. Alternativ bieten viele Versicherer den Einmalerlag an: einmal einzahlen statt monatlich – gerade für ältere Einsteiger oft die bessere (und teils einzige) Variante.

Zwei Konstruktionen sind zu unterscheiden:

  • Mit Gesundheitsfragen: günstigere Prämie und voller Versicherungsschutz ab Vertragsbeginn – bei einzelnen Anbietern entfällt die Wartezeit damit komplett (z. B. ÖBV, Stand 07/2026), andere sehen auch hier Fristen vor (z. B. Allianz: zwei Jahre). Die Unterschiede sind groß – genau das vergleichen wir im Gespräch.
  • Ohne Gesundheitsprüfung („Annahme garantiert“): etwas teurer und mit Wartefrist von meist zwei bis drei Jahren – verstirbt die versicherte Person in dieser Zeit eines natürlichen Todes, werden nur die einbezahlten Prämien (zuzüglich allfälliger Gewinnanteile) zurückerstattet. Bei Unfalltod gilt der volle Schutz dagegen ab dem ersten Tag. Für Menschen mit Vorerkrankungen oft der einzige Weg.

Für wen ist die Begräbniskostenversicherung sinnvoll – und für wen nicht?

Sinnvoll, wenn:

  • keine oder kleine Rücklagen da sind und die Angehörigen die 5.000–15.000 € nicht leicht vorstrecken können;
  • Sie niemanden belasten wollen – selbstbestimmte Vorsorge statt finanzieller Sorgen für die Familie;
  • der Einstieg zwischen 50 und 70 passiert (gutes Prämien-Leistungs-Verhältnis);
  • keine Lebensversicherung (mehr) besteht – die klassische Ablebensversicherung läuft oft mit 65 oder 75 aus, genau dann beginnt das relevante Alter.

Ehrlich gesagt eher nicht sinnvoll, wenn:

  • ausreichend freie Rücklagen bestehen UND die Familie darauf schnell zugreifen kann (z. B. Gemeinschaftskonto – ein Sparbuch des Verstorbenen ist gesperrt und hilft zunächst nicht);
  • Sie sehr früh einsteigen und Jahrzehnte einzahlen – dann übersteigen die einbezahlten Prämien am Ende oft die Versicherungssumme;
  • es in Wahrheit um größere Summen für die Familie geht – dann ist eine Ablebensversicherung (Risikolebensversicherung) das bessere Werkzeug.

Genau diese Rechnung machen wir in der Beratung transparent auf: einbezahlte Prämien bis zur statistischen Lebenserwartung gegenüber der Versicherungssumme – dann entscheiden Sie informiert.

Welche Alternativen gibt es?

AlternativeStärkeSchwäche
Sparbuch/Konto „für den Fall“flexibel, keine Prämienwird beim Tod gesperrt, Geld erst nach der Verlassenschaft verfügbar; beim Ansparen gilt: Wer früh verstirbt, hat erst einen Teil beisammen
Zweckgewidmetes TreuhandkontoEinmalzahlung zweckgebunden und treuhänderisch insolvenzgeschützt, keine Versicherungskostendie volle Summe muss von Anfang an vorhanden sein – Einmalzahlung statt kleiner monatlicher Prämien
Bestattungsvorsorge-Vertrag beim BestattungsunternehmenLeistung im Detail festgelegt, Preisgarantie möglichzweckgebunden, bindet an einen Bestatter; Insolvenzrisiko, wenn das Geld nicht treuhänderisch gesichert ist
Ablebensversicherung (Risiko)große Summen günstig, ideal solange Kredit/Familie abzusichern sindläuft befristet – endet oft genau vor dem relevanten Alter
Begräbniskostenversicherunglebenslang; zahlt die volle Versicherungssumme auch dann, wenn erst wenige Prämien einbezahlt wurden (nach allfälliger Wartefrist); schnelle Auszahlung; keine oder kulante Gesundheitsprüfungbei sehr langem Leben Überzahlung möglich

Oft ist die beste Lösung eine Kombination – zum Beispiel Rücklagen plus kleine Versicherungssumme für die Sofort-Liquidität.

Diese Anbieter gibt es in Österreich – und warum der Vergleich über den Makler läuft

Der bekannteste Spezialist ist der Wiener Verein (Tochter der Wiener Städtischen, seit über 120 Jahren auf Bestattungsvorsorge spezialisiert) – mit Besonderheiten wie Grabpflege-Baustein und weltweiter Überführungs-Organisation. Daneben haben praktisch alle großen österreichischen Versicherer eigene Begräbniskosten-Produkte im Angebot – etwa UNIQA, Wiener Städtische, Generali, Allianz, DONAU, Merkur, Helvetia oder Zurich. Ein Blick darüber hinaus lohnt sich trotzdem: Auch kleinere und spezialisierte Anbieter wie die GRAWE, die Oberösterreichische oder die ÖBV (Österreichische Beamtenversicherung) haben teils sehr interessante Lösungen – gerade solche Details machen den unabhängigen Vergleich aus.

Die Unterschiede sind größer, als die Produktnamen vermuten lassen: Annahmealter (laufende Prämie meist bis 70–75, gegen Einmalerlag teils bis 80 oder 85), Wartefristen (0 bis 3 Jahre), Unfalltod-Doppelzahlung, Zusatzbausteine wie Grabpflege oder Überführung – und natürlich die Prämien selbst. Die Versicherer zeigen Ihnen naturgemäß nur das eigene Produkt; auch viele „Ratgeber“-Seiten im Netz gehören in Wahrheit einem Anbieter. Als unabhängiger Versicherungsmakler vergleichen wir über alle Gesellschaften und holen auf Wunsch konkrete Angebote ein – Sie sehen schwarz auf weiß, was dieselbe Versicherungssumme bei verschiedenen Anbietern kostet, bevor Sie unterschreiben.

Kein Verkaufsdruck: In einem kurzen Telefonat klären wir, ob und welche Vorsorge zu Ihrer Situation passt. Wenn ein Sparbuch reicht, sagen wir Ihnen das ehrlich.

Kurzes Gespräch buchen (15 Min)

Häufige Fragen

Welche Versicherung deckt Beerdigungskosten ab?

Die Begräbniskostenversicherung (Sterbegeldversicherung) – eine lebenslange Ablebensversicherung mit Summen von üblicherweise 5.000–30.000 €. Auch eine bestehende Ablebens- oder Unfallversicherung kann den Zweck erfüllen; das prüfen wir im Vertragscheck zuerst.

Bis zu welchem Alter kann ich abschließen?

Mit laufender Prämienzahlung je nach Versicherer meist bis 70–75. Gegen Einmalerlag nehmen einige Anbieter bis 80 oder sogar 85 an – Tarife ohne Gesundheitsfragen haben dabei Wartefristen.

Wie schnell wird ausbezahlt?

In der Regel innerhalb weniger Tage nach Einreichen der Sterbeurkunde – unabhängig von der Verlassenschaft, direkt an die Bezugsberechtigten.

Ist die Auszahlung zweckgebunden?

Nein. Die Bezugsberechtigten verwenden die Summe frei – für Bestattung, Grabstein, Überführung oder offene Kosten.

Warum ist die namentliche Bezugsberechtigung so wichtig?

Nur wenn im Vertrag eine konkrete Person namentlich als bezugsberechtigt eingetragen ist, wird die Versicherungssumme der Sterbegeldversicherung sofort und an der Verlassenschaft vorbei an die Hinterbliebenen ausbezahlt. Steht dort „die gesetzlichen Erben“, zählt die Auszahlung zur Verlassenschaft – und ist bis zum Abschluss des Verfahrens gesperrt. Wir prüfen diese Klausel bei jedem bestehenden Vertrag mit.

Was passiert bei einem Tod im Ausland?

Die Versicherungssumme wird normal ausbezahlt; viele Tarife decken zusätzlich die Überführung an den letzten Wohnort. Wer viel reist oder einen Zweitwohnsitz im Ausland hat, sollte auf diesen Baustein achten.

Was ist, wenn ich die Prämie nicht mehr zahlen kann?

Der Vertrag kann meist prämienfrei gestellt werden – die Versicherungssumme reduziert sich dann entsprechend. Vor einer Kündigung (Rückkauf) rechnen: Der Rückkaufswert liegt oft deutlich unter den einbezahlten Prämien.

Gibt es noch ein staatliches Sterbegeld in Österreich?

Nein, ein staatliches Sterbegeld gibt es in Österreich nicht (Ausnahmen: kleine Zuschüsse einzelner Kassen oder Träger in Sonderfällen). Die Begräbniskosten tragen die Erben.

Passende Artikel aus dem Ratgeber

Verträge im Haus? Vielleicht ist die Vorsorge schon da – in einer alten Lebensversicherung oder Unfallversicherung. Wir prüfen Ihre bestehenden Polizzen, bevor wir über etwas Neues reden.

Kurzes Gespräch buchen (15 Min) Beratung buchen (30 Min)