Veröffentlicht: 21. September 2026 · Quelle: VersicherungsJournal.at – redaktionell bearbeitet von POINTNER finanz
(kunid) Rund 11.300 Menschen müssen in Österreich jährlich nach Wanderunfällen im Krankenhaus behandelt werden. 24 Prozent der Unfälle ereignen sich allein im September und Oktober. Mit guter Vorbereitung lassen sich viele Risiken reduzieren.
Feuchtes Laub, nasse Wurzeln und Geröll machen Wanderwege im Herbst rutschiger. Nebel kann die Orientierung erschweren, in höheren und nordseitigen Lagen sind bereits Schnee oder Vereisung möglich. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) empfiehlt deshalb wetterfeste Kleidung, Stirnlampe und Biwaksack, in höheren Lagen können auch Grödel sinnvoll sein.
Besonders wichtig ist eine realistische Tourenplanung. Wegen der früher einsetzenden Dunkelheit sollte ausreichend Zeit für den Rückweg eingeplant werden.
Stürze sind häufigste Unfallursache
94 Prozent der Wanderunfälle sind auf Stürze zurückzuführen. Rund 30 Prozent der Verletzten ziehen sich Verletzungen an Fußgelenk oder Knöchel zu. Im Herbst ist daher eine intakte, griffige Schuhsohle besonders wichtig. Für steiles oder alpines Gelände eignen sich feste, knöchelhohe Bergschuhe mit tiefem Profil.
Auch Müdigkeit spielt eine Rolle: Rund 28 Prozent der Wanderunfälle passieren gegen Ende einer Tour. Wer bereits beim Aufstieg merkt, dass Kraft und Konzentration nachlassen, sollte eine frühzeitige Umkehr in Betracht ziehen.
„Umso wichtiger ist es, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren und sich nicht zu riskanten Entscheidungen drängen zu lassen“, betont Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Das gilt besonders bei Wanderungen in Gruppen.
Wetter und Route vorher prüfen
Vor dem Start sollten Wetter, Zeitbedarf, Höhenmeter und Schwierigkeit der Strecke geprüft werden. Wanderstöcke können auf rutschigem oder unebenem Gelände zusätzliche Stabilität bieten. Zur Ausrüstung gehören außerdem Erste-Hilfe-Material und ein geladenes Mobiltelefon. Wegen möglicher Funklöcher kann zusätzlich eine gedruckte Wanderkarte hilfreich sein.
Ein Sturz beim Wandern ist ein Freizeitunfall — und damit außerhalb dessen, wofür die gesetzliche Unfallversicherung da ist: Sie greift bei Arbeits-, Weg- und Schulunfällen. Bleibt nach dem Sturz eine dauerhafte Einschränkung, kommt dafür nur eine private Unfallversicherung auf.
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