50 Jahre Gurtpflicht

Veröffentlicht: 3. August 2026 · Quelle: VersicherungsJournal.at – redaktionell bearbeitet von POINTNER finanz

3.8.2026 (kunid) Seit 1976 müssen sich Autofahrer in Österreich anschnallen. Unfallstatistiken zeigen, dass Sicherheitsgurte bis heute Leben retten und schwere Verletzungen verhindern.

Am 15. Juli 1976 trat in Österreich die allgemeine Gurtpflicht in Kraft. Damals starben jährlich noch rund 2.500 Menschen im Straßenverkehr. Darauf machte der ARBÖ anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Gurtpflicht zuletzt aufmerksam. Im Jahr 2025 kamen nach Angaben der Statistik Austria 403 Personen bei Verkehrsunfällen ums Leben, darunter 166 Pkw-Insassen. Neben moderner Fahrzeugtechnik und weiteren Sicherheitsmaßnahmen gilt der Sicherheitsgurt als wichtiger Faktor für diesen Rückgang.

Anfangs umstritten

Die Einführung der Gurtpflicht stieß zunächst auf Widerstand. Viele Autofahrer sahen darin einen Eingriff in ihre persönliche Freiheit. Mit Informationskampagnen und Vorführungen, etwa auf sogenannten Gurtschlitten, sollte die Bevölkerung vom Nutzen des Sicherheitsgurts überzeugt werden.

Seit 1984 wird das Nichtanlegen des Gurtes auch bestraft. Heute beträgt die Mindeststrafe 50 Euro. Dennoch registrierte die Polizei im vergangenen Jahr österreichweit rund 95.900 Verstöße gegen die Gurtpflicht sowie mehr als 7.700 Anzeigen wegen unzureichender Kindersicherung.

Sicherheitsgurt rettet Leben

Wie wichtig das Anschnallen ist, zeigen die Zahlen der Statistik Austria. 97 Prozent der leicht verletzten Pkw-Insassen waren zum Unfallzeitpunkt angegurtet. Bei den Schwerverletzten lag dieser Anteil bei 88 Prozent, bei den tödlich Verunglückten nur bei 72 Prozent. Die Auswertung verdeutlicht damit den Zusammenhang zwischen dem Tragen des Sicherheitsgurts und der Schwere der Verletzungen.

Der ARBÖ betont daher, dass der Sicherheitsgurt auch nach 50 Jahren zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen im Straßenverkehr zählt und bei einem Unfall entscheidend dazu beitragen kann, schwere oder tödliche Verletzungen zu verhindern.

VersicherungsJournal Kundeninformationsdienst

Die Beiträge des Kundeninformationsdienstes (Kunid) stammen vom VersicherungsJournal.at und werden von POINTNER finanz redaktionell bearbeitet und um Hinweise für die Praxis in Österreich ergänzt.