29.06.2026

Finanzbildung soll in die Schulen

(kunid) 86 Prozent der Österreicher sprechen sich dafür aus, Finanzbildung dauerhaft im Lehrplan zu verankern. Eine aktuelle Umfrage zeigt zudem Defizite bei der finanziellen und digitalen Bildung.

Finanzielle Bildung zählt für viele Österreicher zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen. Laut einer repräsentativen Umfrage von Marketagent im Auftrag von Mastercard wünschen sich 86 Prozent der Befragten, dass Finanzbildung fixer Bestandteil des Schulunterrichts wird. 83 Prozent halten sie für ebenso grundlegend wie Lesen, Schreiben und Rechnen.

Schule vermittelt zu wenig Finanzwissen

91 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass Jugendliche die Schule verlassen, ohne ausreichend auf finanzielle Entscheidungen vorbereitet zu sein. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass Finanzwissen bislang nur selten systematisch im Unterricht vermittelt wird. Lediglich fünf Prozent der Befragten geben an, ihr Finanzwissen hauptsächlich in der Schule erworben zu haben. Für 57 Prozent bleibt die Familie die wichtigste Lernquelle. 21 Prozent berichten sogar, als Kinder oder Jugendliche kaum Berührungspunkte mit dem Thema Finanzen gehabt zu haben.

Der Wunsch nach mehr Finanzbildung ist entsprechend groß: 81 Prozent sprechen sich für mehr Unterricht zu Budgetplanung und verantwortungsvollem Umgang mit Geld aus. 44 Prozent wünschen sich mehr Informationen zur Altersvorsorge. Rund 30 Prozent halten auch Themen wie Investieren und Vermögensaufbau für einen wichtigen Bestandteil des Unterrichts. In der Generation Z steigt dieser Anteil sogar auf 44 Prozent.

Digitale Kompetenzen gewinnen an Bedeutung

Neben Finanzwissen sehen viele Befragte auch Defizite bei der digitalen Bildung. 71 Prozent bewerten das derzeitige Angebot an österreichischen Schulen als unzureichend, 76 Prozent wünschen sich einen stärkeren Schwerpunkt auf digitale Kompetenzen im Lehrplan.

Dazu zählen insbesondere Themen wie Online-Shopping, digitales Bezahlen und Datensicherheit. 78 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, diese Inhalte gezielt im Unterricht zu behandeln. Für vier von fünf Österreichern sind digitale Kompetenzen heute ebenso wichtig wie klassische Schulfächer.

Frühe Bildung schafft Sicherheit

Die Ergebnisse zeigen, dass finanzielle Bildung weit über den täglichen Umgang mit Geld hinausgeht. Wer früh lernt, ein Budget zu planen, finanzielle Risiken einzuschätzen und langfristig vorzusorgen, kann später fundiertere Entscheidungen treffen – etwa bei der Altersvorsorge oder beim Vermögensaufbau.

Entsprechend groß ist der Wunsch nach einem frühen Einstieg: 89 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass ein bewusster Umgang mit Geld bereits in der Volksschule vermittelt werden sollte. Aus Sicht der Studienautoren könnte eine stärkere Verankerung finanzieller und digitaler Kompetenzen im Unterricht dazu beitragen, junge Menschen besser auf die Anforderungen des Alltags vorzubereiten.


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