Veröffentlicht: 31. August 2026 · Quelle: VersicherungsJournal.at – redaktionell bearbeitet von POINTNER finanz
(kunid) Innerhalb der EU kann der heimische Mobilfunktarif grundsätzlich ohne zusätzliche Roaming-Gebühren genutzt werden. Doch die Regelung gilt längst nicht überall. Wer vor der Reise seinen Tarif prüft und einige Einstellungen am Smartphone anpasst, kann unangenehme Überraschungen vermeiden.
Seit 2017 gilt innerhalb der EU grundsätzlich „Roam like at home“. Auch Island, Liechtenstein und Norwegen sind einbezogen. Nicht automatisch erfasst sind hingegen beliebte Reiseziele wie die Schweiz und die Türkei sowie verschiedene Balkanstaaten. Auch in Andorra, Monaco, San Marino, Gibraltar, Vatikanstadt und im türkischen Teil Zyperns greift die EU-Regelung nicht automatisch.
Für Großbritannien besteht seit dem Brexit ebenfalls kein Anspruch mehr auf EU-Roaming. Manche Mobilfunkanbieter beziehen einzelne dieser Länder allerdings freiwillig in ihre Tarife ein. Ein Blick in die konkreten Tarifbedingungen vor der Abreise lohnt sich daher.
„Das Überprüfen der Tarifbestimmungen gehört zur Reiseplanung und -vorbereitung“, empfiehlt ÖAMTC-Reiseexpertin Yvette Polasek. Bei Unklarheiten sollte direkt beim Mobilfunkanbieter nachgefragt werden.
Achtung in Grenzregionen
Eine Kostenfalle kann auch entstehen, obwohl man sich selbst noch innerhalb der EU befindet. In Grenzregionen kann sich das Smartphone automatisch in das Netz eines benachbarten Nicht-EU-Landes einwählen. Der ÖAMTC empfiehlt deshalb, dort die automatische Netzauswahl zu deaktivieren und das gewünschte Mobilfunknetz manuell auszuwählen.
Besondere Vorsicht ist auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und im Flugzeug geboten. Dort können Satellitennetze zum Einsatz kommen, für die weder die EU-Roaming-Regeln noch entsprechende gesetzliche Preisobergrenzen gelten. Sinnvoll ist es, den Flugmodus einzuschalten und – wenn verfügbar – WLAN zu nutzen. Bei öffentlichen WLAN-Netzen sollte allerdings auf die Sicherheit geachtet werden, insbesondere bei der Eingabe sensibler Daten.
Auch Mobilbox kann Geld kosten
Nicht nur mobiles Surfen kann zusätzliche Kosten verursachen. Auch das Abhören der Mobilbox kann im Ausland kostenpflichtig sein. Wer die Funktion nicht benötigt, kann sie bereits vor Reiseantritt deaktivieren.
Eine weitere häufige Verwechslung: Telefonate von Österreich ins Ausland sind kein Roaming und fallen daher nicht unter die EU-Roaming-Regelung. Für solche Gespräche gelten die jeweiligen Preise des Mobilfunktarifs für Auslandstelefonate.
Wer außerhalb Europas reist, sollte mobile Daten und Roaming vor dem Abflug deaktivieren. Alternativen sind spezielle Auslandspakete des eigenen Mobilfunkanbieters oder eine eSIM mit einem passenden lokalen Datentarif.
Wer vor der Reise kontrolliert, welche Länder der eigene Tarif umfasst, und die Einstellungen am Smartphone entsprechend anpasst, kann hohe Zusatzkosten vermeiden.
Übrigens: Nicht nur die Handyrechnung kann im Ausland teuer werden. Was eine Behandlung im Ausland kostet und wann der Rücktransport nach Österreich übernommen wird, lesen Sie in unserem Ratgeber zur Reiseversicherung.

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