16.03.2022

Frauen brauchen mehr Sicherheit fürs Alter

(kunid) 84 % meinen in einer neuen Umfrage: Eine bessere finanzielle Absicherung im Alter ist ein wichtiger Aspekt, um die Selbstbestimmung und Chancengleichheit von Frauen zu fördern. Die Statistik Austria meldete zum Internationalen Frauentag, dass die durchschnittliche Einkommensdifferenz zwischen Frauen und Männern in den letzten Jahren gesunken ist, allerdings auf weiter hohem Niveau.

Marketagent.com hat österreichweit Personen – zur Hälfte Frauen, zur Hälfte Männer – zum Thema „Female Empowerment“ befragt – im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März.

Eines der brisanten Ergebnisse: 41,6 % aller Befragten empfinden das Thema „Gleichberechtigung von Frauen“ in Österreich als sehr dringlich, weitere 25,0 % als eher dringlich.

„Viele Frauen sind sich der drohenden Gefahr von Altersarmut gar nicht bewusst und setzen sich zu wenig mit dem Thema der finanziellen Vorsorge auseinander“, so Sonja Steßl, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen.

Männer investieren im Schnitt um ein Drittel mehr Geld in ihre Altersvorsorge als Frauen.

Mehr als vier Fünftel finden bessere Absicherung im Alter wichtig

Den Teilnehmern wurden auch mehrere Aussagen mit Fokus auf Finanzen und finanzielle Absicherung vorgelegt. Dazu konnten sie angeben, inwieweit sie ihnen zustimmen.

Finanziell auf eigenen Beinen zu stehen, ohne von Partner oder Partnerin abhängig zu sein, bekam dabei mit 49,7 % die meiste Zustimmung.

Über Altersvorsorge informiert haben sich 22,4 %. 14,6 % verlassen sich beim Thema Finanzen und finanzielle Absicherung in der Pension auf den Staat. 6,6 % verlassen sich auf Partner oder Partnerin, wenn es um Finanzen geht.

Zugleich finden 58,7 % aller Befragten eine „bessere finanzielle Absicherung im Alter/in der Pension“ sehr wichtig, weitere 25,7 % eher wichtig.

Durchschnittlicher Lohnunterschied 18,9 %

Speziell auf das Berufsleben bezogen, meinen in der Umfrage 33,6 %, dass Frauen „sehr viel mehr“ benachteiligt sind als Männer, weitere 48,9 % meinen, dass Frauen „etwas benachteiligt“ sind.

Laut Daten, die die Statistik Austria kürzlich veröffentlicht hat, geht der durchschnittliche Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern zurück, allerdings auf weiter hohem Niveau. Und: Österreich zählt nach wie vor zu den Ländern mit den größten Unterschieden innerhalb der EU.

Demzufolge bekamen Frauen 2020 in Unternehmen mit mindestens zehn Beschäftigten insgesamt um 18,9 % brutto pro Stunde weniger als Männer (2010: 24,0 %).

Bezieht man Merkmale wie Branche, Beruf, Ausbildung, Alter, Art des Arbeitsvertrags, Beschäftigungsausmaß, Dauer der Unternehmenszugehörigkeit, Region und Unternehmensgröße in die Berechnung ein, kann fast ein Drittel der „Gender Pay Gap“ erklärt werden.

Unterschiedliche Gründe für gesunkene Einkommensdifferenz

Erfreulich: Die Verringerung des „Gender Pay Gap“ ist in Österreich im Pandemiejahr 2020 doppelt so stark gewesen wie im Schnitt der letzten zehn Jahre, meldet die Statistik Austria und fügt hinzu: Kurzfristig können auch Krisen auf dem Arbeitsmarkt die Einkommensentwicklung und damit die Einkommensdifferenz beeinflussen.

Von dieser ist etwa die weiblich dominierte Branche Beherbergung und Gastronomie am stärksten betroffen gewesen. „Hier gingen aufgrund des niedrigen Lohnniveaus vor allem gering entlohnte Arbeitsplätze verloren, dadurch verblieben verhältnismäßig mehr Frauen mit besseren Verdiensten auf dem Arbeitsmarkt.“

Gleichzeitig sind in Summe weniger Überstunden geleistet worden, „was Männer stärker betraf als Frauen“. Zudem hat Kurzarbeit vorübergehend zu Lohneinbußen in den betroffenen Branchen geführt.

Pensionen, Armutsrisiko

Die monatliche Alterspension wiederum war bei Frauen 2020 im Durchschnitt um 42,1 % niedriger als jene der Männer, fügt die Statistik Austria hinzu: Im Schnitt betrug sie bei den Frauen 1.219 Euro, bei den Männern 2.104 Euro brutto pro Monat.

Laut der Erhebung EU-SILC 2020 sind 25 % der alleinlebenden Pensionistinnen und 19 % der alleinlebenden Pensionisten armutsgefährdet.

Und: „Ein-Eltern-Haushalte – das sind fast ausschließlich Frauen mit ihren Kindern – haben mit 31 % das höchste Armutsrisiko aller Haushaltstypen.“

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