(kunid) Die Einnahmeanweisungen des Beipackzettels, des Arztes oder Apothekers sollten stets beachtet werden. Werden nĂ€mlich Medikamente beispielsweise in falscher Menge oder zum falschen Zeitpunkt beziehungsweise mit ungeeigneten anderen Lebensmitteln eingenommen, kann dies zu unerwĂŒnschten Nebenwirkungen fĂŒhren. Es kann sogar sein, dass das Medikament gar nicht wirkt. Auch sonst gibt es einiges zu beachten, damit es zum Beispiel nicht zu schĂ€dlichen Wechselwirkungen kommt.
In Ăsterreich beraten aktuell mehr als 7.000 akademisch ausgebildete Apothekerinnen oder Apotheker in knapp 1.500 Apotheken unter anderem zur richtigen Einnahme von Medikamenten und zu möglichen Wechselwirkungen mit Nahrungsmitteln und anderen Arzneimitteln. Experten weisen zudem darauf hin, dass viele Medikamente alleine wegen ihrer Darreichungsform besonders beratungsbedĂŒrftig sind.
Wer gegen Asthma oder andere Krankheiten Medikamente inhaliert, sollte zum Beispiel genau wissen, wie und wann er dies tut. Besonders langjĂ€hrige Patienten sind davon ĂŒberzeugt, dass sie ihre Medikamente richtig anwenden. Aber viele Inhalationssysteme sind kompliziert. Die Folge: Sprays oder Pulverinhalatoren werden nicht immer korrekt bedient.
Rezeptfrei heiĂt nicht harmlos
Gerade auch im Bereich der rezeptfreien Medikamente (OTC-PrÀparate) können bei gelÀufigen Schmerzmitteln mit den Wirkstoffen AcetylsalicylsÀure, NSAR (nicht steroidale Antirheumatika) oder bei analgetischen KombinationsprÀparaten Wechselwirkungen auftreten. Aber auch Protonenpumpenhemmer, JohanniskrautprÀparate und GinkgoprÀparate verursachen gesundheitliche Probleme, wenn sie falsch kombiniert werden.
Zu beachten sind bei der Einnahme von Medikamenten nicht nur die möglichen Wechselwirkungen mit anderen Arznei- oder Nahrungsmitteln, sondern generell auch die Dosierung, die Darreichungsform, und der Einnahmezeitpunkt. Auch die richtige Lagerung muss sichergestellt werden. So mĂŒssen beispielsweise manche Medikamente kĂŒhl gelagert werden, andere wiederum dunkel.
âLicht, Luftsauerstoff, Hitze sowie extreme Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit können Medikamente zerstören, was dazu fĂŒhrt, dass das Arzneimittel entweder gar keine Wirkung mehr hat oder schlimmstenfalls sogar schaden kannâ, warnen Fachleute. Hinweise, wie ein Medikament zu transportieren und zu lagern ist, ob beispielsweise eine KĂŒhltasche fĂŒr den Transport notwendig ist, geben der Beipackzettel, der Arzt oder auch der Apotheker.
Tabletten einfach teilen? Geht nicht immer
Problematisch kann es beispielsweise auch sein, Tabletten zu teilen. Manche verfĂŒgen nĂ€mlich ĂŒber magensaftresistente ĂberzĂŒge, die sicherstellen, dass die Wirkstoffe dort zur Wirkung kommen, wo dies gewĂŒnscht wird, also beispielsweise im Darm.
Wird aber eine solche Tablette geteilt oder eine entsprechende Kapsel geöffnet, kann es sein, dass dieser Ăberzug seinen Dienst nicht mehr erfĂŒllt. Die Stoffe können dann beispielsweise im Magen bereits zersetzt werden, ohne ĂŒberhaupt ihre Wirkung zu entfalten. Das sind insbesondere jene Medikamente, die nicht geteilt werden dĂŒrfen, die einen erhöhten Beratungsbedarf haben. Einen erhöhten Beratungsbedarf haben zudem verschriebenen Arzneimittel zur Injektion beziehungsweise Infusion.
Beratungsintensiv sind laut Gesundheitsexperten zudem Medikamente zur Inhalation. Das Gleiche gilt fĂŒr PrĂ€parate zur Anwendung am Auge, in der Nase, ZĂ€pfchen sowie Arzneimittel in Form von TrockensĂ€ften oder Tabletten, die weder gekaut noch geschluckt werden, sondern sich beispielsweise im Mund langsam auflösen sollten.
Auf die richtige Dosierung kommt es an
Patienten sollten sich genau an die Anweisungen des Arztes, Apothekers und des Beipackzettels halten, wenn es um die Dosierung und Einnahmedauer geht. So können zum Beispiel rezeptfrei angebotene Mittel mit dem Wirkstoff Loperamid, die gegen akuten Durchfall wirken, bei einer Ăberdosierung schwerwiegende Herzprobleme hervorrufen. Eine zu hohe Dosierung kann generell bei vielen Medikamenten zu unerwĂŒnschten Nebenwirkungen fĂŒhren. Nimmt man hingegen zu wenig eines verschriebenen Medikamentes ein, bleibt oftmals die erwĂŒnschte Wirkung ganz aus.
Wichtig bei Antibiotika: Diese mĂŒssen so lange wie verschrieben eingenommen werden. Werden diese zu frĂŒh abgesetzt, kann es sein, dass nicht alle Bakterien beseitigt wurden. Es kommt dann zu einem RĂŒckfall. AuĂerdem kann eine verkĂŒrzte Einnahme dazu fĂŒhren, dass sich bei den Bakterien Resistenzen bilden, sodass eine spĂ€tere Behandlung mit Antibiotika erfolglos bleibt. Neben der Menge ist auch der Zeitpunkt, wann eine Arznei eingenommen wird, fĂŒr die Wirkung und VertrĂ€glichkeit entscheidend.
Patienten sollten sich hier genau an die Vorschriften, also zum Beispiel vor oder nach dem Essen, auf nĂŒchternen Magen oder in regelmĂ€Ăigen AbstĂ€nden halten. Zwar sollte man die meisten Tabletten oder Kapseln mit ausreichend FlĂŒssigkeit zu sich nehmen, doch nicht alle GetrĂ€nke und Nahrungsmittel sind hierfĂŒr geeignet. Manche können nĂ€mlich auch Wechselwirkungen oder ungewollte Nebenwirkungen hervorrufen. So vertragen sich einige Arzneimittelwirkstoffe nicht mit Alkohol, Koffein, FruchtsĂ€ure oder Kalzium.
Beipackzettel beachten
Beispiel Antibiotika: Die Medikamente mit den Wirkstoffen Ciprofloxacin, Norfloxacin und Doxycyclin sollen nicht mit kalziumhaltigen GetrĂ€nken und Nahrungsmitteln wie Milch, Milchprodukten und kalziumreichem Mineralwasser eingenommen werden. Das Kalzium schwĂ€cht nĂ€mlich den Arzneimittelwirkstoff ab. MĂŒssen zwei oder mehr Arzneimittel zeitgleich eingenommen werden, sollte man vorher mit seinem Arzt oder Apotheker abklĂ€ren, ob es Wechselwirkungen zwischen diesen gibt, sodass gegebenenfalls eine andere Therapie zum Einsatz kommen kann.
Der Beipackzettel ist ein wichtiges Dokument, da es alle Informationen beinhaltet, die von Bedeutung sind.Â
Weitere Informationen zur richtigen Arzneimitteleinnahme gibt es kostenlos im Internet im Webportal der Ăsterreichischen Apotehkerkammer unter www.apothekerkammer.at.
