27.08.2018

Dauerbrenner Prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge

(kunid) Jetzt wurde die lange erwartete Studie der FMA zum aktuellen Stand der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge endlich veröffentlich. Die Ergebnisse sind teilweise überraschend, teilweise sehr erfreulich. Eines ist jedenfalls klar: Die PZV verliert nichts an ihrer Attraktivität.

Stets wird die alljährliche Studie der Österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) zur Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge (PZV) mit großer Neugierde erwartet.

So gibt es heuer viele positive aber auch einige negative Aspekte zu vermelden.

Etwa ist aus der diesjährigen Studie eine Abnahme des Neugeschäfts ersichtlich: Die Zahl der Neuverträge lag im Jahr 2017 mit 14.457 um 22 % niedriger als im vorangegangenen Jahr 2016. Es gibt aber auch zahlreiche Positiva anzuzeigen.

Rendite von 9,6 %

Erstaunliches Ergebnis der Studie: In einem günstigen Börsenumfeld erzielte das in der PZV veranlagte Vermögen vor Kosten eine (volumsgewichtete) Rendite von 9,6 %, nach 5,8 % im Jahr 2016.

Getrieben von der Veranlagungs-Performance erhöhte sich das in der PZV verwaltete Vermögen 2017 um 6,5 % auf 8,9 Mrd€.

Bei Versicherungsunternehmen, die einen Anteil von 98 % des verwalteten Vermögens halten, stieg das Volumen um 7,5 % auf 8,8 Mrd€, während Kapitalanlagegesellschaften (KAGs) einen Rückgang von 30 % auf 164 Mio€ verzeichneten.

Die Kosten der PZV bemessen sich an der kalkulierten Prämie: Sie liegen, je nach Anbieter, bei 6 bis 10,5 %. Im Durchschnitt betragen sie bei Produkten mit 20-jähriger Laufzeit 8,2 %, bei solchen mit 30-jähriger Laufzeit 9,6 % der kalkulierten Prämienhöhe.

Positive Performance

Die Performance des in der PZV veranlagten Vermögens war im Jahr 2017 sehr positiv. Der ATX (inklusive Dividenden) verbuchte im Jahr 2017 einen Zuwachs von 34 %.

Die Rendite zehnjähriger österreichischer Staatsanleihen stieg im Jahresverlauf, ausgehend von 0,43 % zu Anfang des Jahres, und beendete das Jahr 2017 auf einem Niveau von 0,59 %.

In diesem Umfeld erreichten Versicherungsunternehmen eine volumengewichtete Gesamtperformance von 10,0 % (2016: 6,8%).

Das veranlagte Gesamtkapital setzt sich aus den kumulierten Kundenprämien sowie der staatlichen Prämie zusammen. Basis der Performanceberechnung ist das veranlagte Gesamtkapital.

Staatliche Prämie

Die staatliche Prämie belief sich – wie in den vergangenen fünf Jahren – auch im Jahr 2017 auf 4,25 % der eingezahlten Prämien bzw. Nettoeinzahlungen.

Sie setzt sich aus einem fixen Bestandteil in Höhe von 2,75 % und dem zwischen 1,5 und 4 % variablen Zinssatz für die Bausparförderung zusammen.

Die höchstmögliche prämienbegünstigte Einzahlung ist im Beobachtungszeitraum leicht angestiegen, von 2.676,89 € im Jahr 2016 auf 2.825,60 € im Jahr 2017.

Die höchstmögliche staatliche Prämie für 2017 liegt mit 120,09 € erneut über dem Vorjahreswert.

Entwicklung bei den Prämien

Mit dem Neugeschäft ist auch das Volumen der abgegrenzten Prämien rückläufig. Insgesamt verringerten sich 2017 die Nettozuflüsse um 5,7 % auf 862,2 Mio€.

Bemerkenswert ist auch: Bei Versicherungen ließ das Prämienvolumen um 5,3 % nach, während es bei Kapitalanlagegesellschaften um 25,4 % zurückging.

KAGs haben sich mit dem Jahr 2010 aus dem Neugeschäft zurückgezogen, die von ihnen verwalteten Verträge reifen daher zusehends ab. Entsprechend stark reduzierte sich die Zahl der von ihnen verwalteten Verträge um 35 %.

Versicherungen verzeichneten ebenfalls einen Rückgang von 5,9 %. Insgesamt wurden im Jahr 2017 noch 1,289.833 PZV-Verträge verwaltet (-6,9 % zu 2016).

Hohe Marktkonzentration

Im Jahr 2017 stieg das in der PZV verwaltete Vermögen um 6,5 % auf 8,98 Mrd€ an.

Den Löwenanteil des Vermögens verwalten Versicherungen mit 98 %, nach 97% im Vorjahr.

Die Marktkonzentration bei der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge liegt weiterhin auf hohem Niveau: Der kumulierte Marktanteil der Top-3-Anbieter im Versicherungsbereich liegt gemessen am Nettoprämienvolumen bei 55 %.

Weiterführende Information

Die Studie der FMA zur Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge findet sich unter

https://www.fma.gv.at/publikationen/studie-praemienbeguenstigte-zukunftsvorsorge


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