09.03.2026

Die Unfallbilanz des Jahres 2025

(kunid) 824.400 Verletzte wurden vergangenes Jahr in Österreichs Spitälern infolge von Unfällen behandelt, um zwei Prozent mehr als 2024. Die meisten Verletzten, rund vier von zehn, gab es aufgrund von Unfällen im Haushalt. Ein Drittel aller Verunfallten war 65 Jahre alt oder älter.

Rund 824.400 Unfallopfer wurden in Österreichs Spitälern 2025 ambulant oder stationär behandelt, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) am Montag mit. Gegenüber 2024 bedeute dies eine Steigerung um zwei Prozent.

Die dafür angefallenen Behandlungskosten erhöhten sich nach Berechnungen des KFV um sieben Prozent und beliefen sich auf rund 2,975 Milliarden Euro.

Vier von zehn Unfällen passieren im Haushalt

Unfallträchtigster Ort bleiben der KFV-Datenbank zufolge die eigenen vier Wände: Die meisten Verletzten gab es bei Unfällen im Haushalt (334.500), gefolgt von den Lebensbereichen Freizeit/Freizeitsport (280.700), Arbeit/Schule (111.400) und Verkehr (97.800).

„Auffallend ist bei Haushaltsunfällen die starke Zunahme von Unfällen beim Gehen im Wohnbereich“, stellt das KFV fest. Gegenüber 2024 seien um 21 Prozent mehr spitalsbehandelte Verletzte, insgesamt 86.000, gezählt worden. Vor allem Senioren seien betroffen.

Deutliche Anstiege habe es auch bei Unfällen bei Reinigungsarbeiten (30.000 Verletzte; +12 Prozent), bei Arbeiten in Heim und Garten (26.400; +19 Prozent) sowie beim Kochen gegeben (14.400; +18 Prozent).

Finger, Knie und Knöchel häufig betroffen

Die am häufigsten verletzten Körperteile – über alle Unfallarten hinweg – sind laut KFV

• die Finger (102.200 Fälle),

• gefolgt vom Knie (72.200) sowie von

• Fußgelenken bzw. Knöcheln (70.900).

Bei Sportunfällen war das Knie am häufigsten betroffen (28.600 Fälle). „Auffällig ist zudem, dass bei Sportunfällen erstmals in mehr als fünf Prozent der Fälle Kopfverletzungen vom KFV dokumentiert wurden.“

„Hohe Dunkelziffer“ bei Fahrrad-, E-Bike- und E-Scooter-Unfällen

Der Leiter des Bereichs Verkehrssicherheit im KFV, Klaus Robatsch, macht ebenfalls auf die Gefahren von Kopfverletzungen aufmerksam, und zwar im Zusammenhang mit Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern. Deren „hoher Anteil“ am Unfallgeschehen sei ein „besonders ernstes Problem“.

Aufgrund einer hohen Zahl an Alleinunfällen bei Fahrrädern, E-Bikes und E-Scootern gibt es laut KFV eine hohe Dunkelziffer nicht polizeilich gemeldeter Unfälle, die bei den getrennt laufenden Erhebungen des KFV in Österreichs Spitälern berücksichtigt werden.

Für das KFV Grund genug, seine Forderung nach Ausweitung der Helmpflicht bei E-Scootern und E-Bikes auf alle Altersgruppen zu unterstreichen, „weil mit diesen Fahrzeugen besonders viele und schwere Unfälle passieren“.

Jeder dritte Verunfallte gehört zur Altersgruppe „65 plus“

Das KFV hat auch analysiert, wie sich das Unfallgeschehen 2025 auf die Altersgruppen verteilt hat. Bei den 25- bis 64-Jährigen erhöhte sich die Zahl der spitalsbehandelten Verletzten demnach um vier Prozent auf rund 333.100.

Bei Kindern (0 bis 14 Jahre) gab es hingegen einen leichten Rückgang um rund zwei Prozent. Mit 119.600 Verletzten bleibe die Anzahl in dieser Altersgruppe jedoch „weiterhin hoch“. Hinzu kommen 105.600 Jugendliche (15 bis 24 Jahre), ein leichter Rückgang um drei Prozent.

„Besonders dramatisch“ sei die Entwicklung in der Altersgruppe „65 plus“ mit einem Anstieg um fünf Prozent auf einen neuen Höchststand von 266.100 – somit betreffen rund 32 Prozent aller Unfälle rund ein Fünftel der Bevölkerung.

Der KFV sieht darin zum Teil auch einen Ausdruck des demografischen Wandels, da die Anzahl älterer Menschen stetig wachse. 2001 gehörten laut Statistik Austria erst 15,5 Prozent der Bevölkerung der Gruppe 65 plus an, 2025 bereits 20,2 Prozent.


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