06.08.2021

Die heimischen Sozialausgaben sind durch Corona stark gestiegen

(kunid) Zurückzuführen ist dieser Anstieg der Sozialausgaben vor allem auf Maßnahmen wie berufliche Unterstützungsleistungen aufgrund der Corona-Krise. In den mit Abstand größten Ausgabenbereichen – Alter und Gesundheit – nahmen die Ausgaben ebenfalls zu.

Die Sozialausgaben in Österreich betrugen im Vorjahr nach Berechnungen der Statistik Austria 129.945 Mio. Euro. 2019 waren es 116.627 Mio. Euro gewesen.

„Der überdurchschnittlich starke Anstieg (+11,4 %) führte zusammen mit dem markanten Rückgang der Wirtschaftsleistung (–5,1 %) dazu, dass die Sozialquote, die den Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt darstellt, auf 34,4 % stieg und damit 5,1 % über dem Vorjahreswert lag“, kommentiert die Statistik Austria.

Sozialquote auf „historischem Höchstwert“

„Im Corona-Jahr 2020 flossen erstmals Ausgaben in der Höhe von mehr als einem Drittel der österreichischen Wirtschaftsleistung in Soziales“, ergänzt Generaldirektor Tobias Thomas.

Die Sozialquote hat damit einen historischen Höchstwert erreicht. „Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 lag die Sozialquote bei 29,6 %.

Im Durchschnitt des Jahrzehnts 2010 bis 2020 betrug die Sozialquote 29,9 %. Sie war damit höher als in den beiden Vorperioden (2000 bis 2010: 28,2 %; 1990 bis 2000: 27,9 %).

Die durchschnittliche jährliche Zunahme der Sozialausgaben über den gesamten Zeitraum (1990 bis 2020: +4,4 %) übertraf das Wirtschaftswachstum (BIP +3,5 %) deutlich, fügt die Statistik Austria hinzu.

Plus 11,7 % bei Sozialleistungen

Zieht man von den Sozialausgaben die Verwaltungskosten und die sonstigen Ausgaben wie etwa Zinsen ab, so erhält man das Volumen der eigentlichen Sozialleistungen.

Sie beliefen sich im Vorjahr auf 126.946 Mio. Euro (+11,7 % gegenüber 2019) und machten damit 97,7 % aller Ausgaben für Soziales aus.

Anstieg vor allem durch Pandemie bedingt

Der Ausgabenanstieg 2020 ist hauptsächlich auf Maßnahmen zurückzuführen, die zur Bewältigung der sozialen Folgen der Covid-19-Pandemie ergriffen wurden, erklären die Statistiker. Dazu sind vor allem die folgenden Sozialleistungen zu zählen:

Kurzarbeitsbeihilfe: 5.489 Mio. Euro (2019: 2 Mio. Euro), Unterstützungsleistungen für Selbstständige sowie Künstler: 1,112 Mrd. Euro, Einmalzahlungen an Familien (Familienbeihilfe Kinderbonus): 656 Mio. Euro, Gesundheitsleistungen des Bundes (Schutzausrüstung, Desinfektionsmittel etc.): 450 Mio. Euro, Einmalzahlungen an Bezieher von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe: 365 Mio. Euro.

Da der Großteil des coronabedingten Mehraufwands der Krisenbewältigung am Arbeitsmarkt gedient hat, sind die Ausgaben für die Sozialleistungen im Bereich Arbeitslosigkeit von 6,1 Mrd. Euro 2019 auf 12,9 Mrd. Euro 2020 gestiegen.

Die Ausgaben für das Arbeitslosengeld nahmen um 55 % zu, jene für die Notstandshilfe um 42 %. Die Ausgaben für die Familienbeihilfe erhöhten sich um 21 %.

Alters- und Gesundheitsleistungen weitergewachsen

Größte Ausgabenposten blieben freilich die Leistungen für Alter, einschließlich der gesetzlichen Pensionsversicherung, und Gesundheit. Beide sind 2020 gewachsen.

Für Alterspensionen, Ruhegenussleistungen, Betriebspensionen sowie Betreuungs- und Pflegeleistungen wurden 54,13 Mrd. Euro (+5,6 % gegenüber 2019) aufgewendet.

Auf die Gesundheitsversorgung entfielen 31,57 Mrd. Euro (+4,0 %); hier gab es 2020 neben Zuwächsen bei den ambulanten (+5 %) und stationären (+7 %) Leistungen Ausgabenrückgänge (Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation: –11 %, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall: –6 %).


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