26.07.2024

So brandgefährlich sind E-Bikes und E-Scooter

(kunid) Weltweit sind im ersten Halbjahr 2023 36 Menschen beim Brand solcher Fahrzeuge gestorben, Brandursache sind meist die Lithium-Akkus. Dennoch treffen viele ihrer Besitzer keine Vorkehrungen gegen Brände und sind auch nicht versichert.

Das Gallup-Institut hat im Auftrag des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) unter dem Titel „Mikromobilität und die Brandgefahr“ eine Studie über Gefahrenpotenzial und Prävention von Lithium-Akku-Bränden bei E-Bikes und E-Scootern erstellt.

Die steigende Verbreitung von elektrischen Geräten im häuslichen Umfeld hat zu einem Anstieg potenzieller Gefahrenquellen insbesondere im Zusammenhang mit Akkubränden bei E-Scootern und E-Bikes geführt, heißt es in der Studie zur Problemlage.

Benutzer könnten das Brandrisiko erheblich senken, wenn sie bestimmte Sicherheitsmaßnahmen beachten und für die potenziellen Risiken Verständnis haben. Darüber hinaus sollten Hersteller sichere Produkte herstellen und Kunden über sichere Nutzung und Wartung informieren, so das KFV.

Zunehmende Nutzung leichter Elektrofahrzeuge

Im Jahr 2023 sind in Österreich laut Statistik des Branchenverbandes VSSÖ mehr als 421.000 Fahrräder verkauft worden, mehr als die Hälfte davon waren E-Bikes, so das KFV. Der geschätzte Bestand an E-Scootern liegt im heurigen Jahr bei mehr als 400.000.

Knapp 60 % der Besitzer von E-Bikes und E-Scootern sind mehrmals pro Woche mit ihren Fahrzeugen unterwegs. Hauptsächlich handelt es sich um Freizeitfahrten, dahinter folgen bei E-Scootern Einkäufe und bei E-Bikes sportliche Aktivitäten.

Der durchschnittliche Kaufpreis für E-Bikes liegt bei knapp 3.000 Euro. Ein Viertel der Käufer hat weniger als 1.800 Euro ausgegeben, ebenso viele mehr als 3.700 Euro. Der Durchschnittspreis bei E-Scootern beträgt etwas über 700 Euro, der Median 500 Euro.

Akkus von E-Scootern verfügen über weniger Leistung und werden deshalb häufiger geladen: 41 % der E-Scooter-Besitzer und 30 % der E-Bike-Besitzer laden das Fahrzeug mehrmals pro Woche, wobei das Aufladen hauptsächlich zu Hause erfolgt.

Viele Brände nicht versichert

25 % der Besitzer von E-Bikes und 30 % der E-Scooter-Besitzer treffen keine Vorkehrungen gegen einen möglichen Akku-Brand, so die Studie.

2,3 % der E-Bike-Besitzer und 2,7 % der Eigentümer von E-Scootern haben laut der Erhebung bereits Branderfahrungen gemacht. Brände bei E-Bikes haben häufig beim Laden begonnen, Brände bei E-Scootern sind am häufigsten während der Fahrt aufgetreten.

Trotz des deutlich höheren Anschaffungspreises war ein Drittel der Besitzer von E-Bikes nicht gegen einen Brand versichert, bei E-Scootern waren dies nur 20 %; in der überwiegenden Zahl der Fälle ist der Schaden bei vorhandener Versicherung von dieser gedeckt worden.

Häufige Folge von Bränden waren neben dem Sachschaden Verbrennungen, Unfälle und psychische Belastungen, so das KFV. Weltweit haben Brände von leichten Elektrofahrzeugen (LEV) zwischen Jänner und Juni 2023 zu 36 Todesopfern und 137 Verletzten geführt.

Ursachen für Brände und Sicherheitsmaßnahmen

Die befragten Experten sehen als häufigste Brandursache bei E-Bikes und E-Scootern mechanische Einwirkungen wie Stöße und Schläge, einen unsachgemäßen Umgang mit den Fahrzeugen, die Verwendung nicht originaler Ladegeräte, Tiefentladung der Akkus und hohe Temperaturen beim Laden.

Hauptquelle für Brände bei E-Bikes und E-Scootern ist der Lithium-Akku, das größte Risiko für Brände birgt der Ladevorgang. Eine Rolle spielt die Qualität der Fahrzeuge, wobei minderwertige Produkte aus Fernost zu den Problemen beitragen.

Zu den empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen zählen die Nutzung originaler Ladegeräte, die sichere Lagerung, Vermeidung von Stößen, eine gute Belüftung beim Laden sowie die regelmäßige Überprüfung des Ladezustandes. Die AUVA empfiehlt außerdem den Kauf normgerechter Produkte.

Wichtig ist, das niedrige Sicherheitsbewusstsein der Nutzer zu ändern. Verbraucher sollten sich stärker für die Wartung und den sicheren Umgang mit ihren Fahrzeugen engagieren, so die Experten; dazu zählen zumindest eine sorgfältige Kaufberatung und das Lesen der Bedienungsanleitungen.


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