18.01.2017

Mehr Schäden durch Naturkatastrophen

(kunid) Sowohl die versicherten als auch die gesamtwirtschaftlichen Schäden durch Naturkatastrophen sind in 2016 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gestiegen, wie eine Statistik zeigt.

Naturkatastrophen haben 2016 weltweit zu Schäden von umgerechnet insgesamt rund 175 Milliarden US-Dollar (rund 165 Milliarden Euro) geführt. Das ist im Vergleich zum Vorjahr, hier waren es noch rund 103 Milliarden US-Dollar (rund 97 Milliarden Euro) Schäden, ein Anstieg von fast 70 Prozent. Dies zeigt eine aktuelle Statistik eines global agierenden Rückversicherers. Nur ein kleiner Teil der Geschädigten hatte einen entsprechenden Versicherungsschutz.

2016 übernahmen die Versicherer für Naturkatastrophen-Schäden weltweit rund 50 Milliarden US-Dollar (rund 47 Milliarden Euro) an Schadenskosten für die versicherten Geschädigten. Das ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der versicherten Schäden um 56 Prozent. Auch der Zehnjahresdurchschnitt im Vergleichszeitraum 2006 bis 2015 mit durchschnittlich jährlich 45 Milliarden US-Dollar (rund 42 Milliarden Euro) versicherten Schäden und 154 Milliarden US-Dollar (etwa 145 Milliarden Euro) Gesamtschäden wurde damit letztes Jahr deutlich übertroffen.

Schwerster Schaden durch ein Erdbeben

Spitzenreiter der teuersten Naturkatastrophen in 2016 war Japan. Die Insel Kyushu im Süden des Landes wurde im April 2016 von einem Erdbeben erschüttert. Circa 31 Milliarden US-Dollar (rund 29 Milliarden Euro) Gesamtschaden entstanden hier. Knapp ein Fünftel der Betroffenen war versichert.

Mit 20 Milliarden US-Dollar (rund 19 Milliarden Euro) Schadenhöhe liegt China auf Rang zwei. Überschwemmungen und Hochwasser nach heftigen Regenfällen zerstörten ganze Landstriche. Diese Naturkatastrophe ereignete sich im Juni und Juli in der Volksrepublik und kostete mehreren Hundert Menschen das Leben.

160 Wetterereignisse und damit so viele in einem Jahr wie seit 1980 nicht mehr trafen Nordamerika und die Karibik. Hurrikan Matthew traf dabei auch den 2010 von einem Erdbeben verwüsteten Inselstaat Haiti. Dadurch starben 550 Menschen. Die Südostküste der USA wurde ebenfalls schwer von dem Sturm getroffen. Es entstanden Schäden in Höhe von rund 10,2 Milliarden US-Dollar (rund 9,6 Milliarden Euro). Nur knapp 30 Prozent waren versichert.

Europa auf Platz fünf

Im internationalen Vergleich liegen die Ende Mai bis Anfang Juni in Europa eingetretenen Sturmschäden auf dem fünften Rang der teuersten Naturkatastrophen 2016. Die Sturmtiefs Friederike und Elvira hatten in Deutschland eine Schneise der Verwüstung hinterlassen und in Frankreich zu schweren Überschwemmungen der Seine im Großraum Paris geführt. Die Schadensumme, die hierbei zu verzeichnen war, beläuft sich auf schätzungsweise sechs Milliarden US-Dollar (rund 5,7 Milliarden Euro).

Fast die Hälfte aller Naturkatastrophen-Schäden, nämlich 47 Prozent, waren hier versichert. Damit wurde die weltweite durchschnittliche Versicherungsquote von 29 Prozent weit übertroffen. Auch die heimische Versicherungswirtschaft in Österreich wurde besonders durch millionenschwere Schäden in der Landwirtschaft belastet, die durch Hagelunwetter verbunden mit Sturm und Starkniederschlägen verursacht wurden.

„Die Wucht der Natur haben schon viele Regionen in den vergangenen Jahren in Form von Hochwasser, Starkregenereignissen, Hagelschauern, massivem Schneefall oder in Form von Stürmen zu spüren bekommen. Durch die Topografie in Österreich gilt jedes Bundesland als Risikogebiet für Naturkatastrophen. Leider unterschätzen immer noch viele Menschen dieses Risiko“, warnt der Präsident des Verbands der Versicherungs-Unternehmen Österreichs (VVO), Generaldirektor KR Mag. Dr. Othmar Ederer.

Viele unterschätzen hierzulande das Risiko

Laut VVO kann man einen klar steigenden Trend bei den Schäden durch Naturkatastrophen erkennen. Alleine in Österreich muss man nach Angaben des Verbandes neben vielen regionalen Schäden etwa alle drei Jahre mit einer Naturkatastrophe rechnen, die versicherte Schäden in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro mit sich bringt.

„In Österreich gibt es keine Region, die nicht von Extremwetterereignissen betroffen ist. Risiken und Risikozonen sind den Menschen zu wenig bekannt. Unsere Studien zeigen deutlich, dass die Menschen die Gefahren, die von Extremwetterereignissen ausgehen, stärker unterschätzen als bislang angenommen.“ So fasst Dr. Othmar Thann, Direktor des Kuratoriums für Verkehrssicherheit, das letzte Ergebnis einer jährlichen Befragung zur Gefahreneinschätzung der Österreicher in Bezug auf Naturkatastrophen zusammen.

Unter anderem wissen beispielsweise trotz einiger Hochwasserereignisse in den letzten Jahren, derzeit nur 40 Prozent der Befragten, dass sich ihr Wohnort in einer Hochwasser-Gefährdungszone befindet, wie die Befragung weiter ergab.

Bedarfsgerechte Absicherung

Um sich als Einzelner gegen die finanziellen Schäden infolge von Naturgewalten und sonstigen Sachrisiken wie Feuer zu schützen, bietet die Versicherungswirtschaft auf den jeweiligen Bedarf zugeschnittene Sachversicherungen an. Schäden am Auto, die durch Brand, Hagel, Blitz oder Sturm verursacht werden, lassen sich durch eine Teilkaskoversicherung, die automatisch auch in der Vollkaskoversicherung enthalten ist, absichern.

Immobilienbesitzer können zum Beispiel Schäden an ihrem Haus durch Brand, Sturm, Blitzeinschlag, Schneedruck, Steinschlag und Erdrutsch mit einer Eigenheim- oder Gebäudeversicherung abdecken. Diese und weitere Risiken sind zur Absicherung des Hausrates in einer Haushalts-Polizze oder zum Schutz des Firmeninventars in einer Geschäftsversicherung versichert.

Neben den genannten gängigen versicherten Gefahren in einer Eigenheim-, Gebäude-, Haushalts- und/oder Geschäftsversicherung können meist optional auch andere Naturgewalten, in den genannten Polizzen mitversichert werden. Unter anderem sind damit Schäden durch Starkregen, Schmelz- und Hochwasser, Überschwemmungen, Muren, Erdbeben und Lawinen versicherbar.


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