Warum, wie oft und wie lange Beschäftigte krank sind

(kunid) Gut vier Millionen Krankenstandsfälle gab es 2015, am häufigsten aufgrund von Krankheiten im Zusammenhang mit der Atmung, mit Infektionen und dem Muskel-Skelett-System. Im Schnitt dauert ein Krankenstand zehn Tage. Pro Erwerbstätigen fallen im Durchschnitt jährlich 12,7 Krankenstandstage an, wie die Statistik Austria erhoben hat.

Insgesamt 2,10 Millionen Krankenstandsfälle wurden 2015 bei Männern gezählt, 1,95 Millionen bei Frauen. Dies geht aus aktuellen Zahlen der Statistik Austria hervor. Auf 1.000 Erwerbstätige kamen 1.275,4 Krankenstandsfälle und damit mehr als im Vorjahr – 2014 waren es 1.198,5 Krankenstandsfälle. In den 1990er Jahren war die Zahl mit rund 1.100 Krankenstandsfällen etwas geringer als in den Jahren seit 2008 mit rund 1.200 Krankenstandsfällen pro 1.000 Erwerbstätigen im Kalenderjahr.

Erfasst sind bei dieser Statistik alle abgeschlossenen, mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen ärztlich bestätigten Krankenstandsfälle, normal verlaufene Entbindungen ausgenommen. Berücksichtigt sind zudem alle Angestellten und Arbeiter (ohne pragmatisierte Bedienstete, Präsenzdiener und Kinderbetreuungsgeld-Bezieher).

Krankheiten des Atmungssystems führen die Liste an

Nach 22 Krankheitsgruppen aufgeschlüsselt, gehen die relativ meisten Krankenstände auf Krankheiten des Atmungssystems zurück, insgesamt verursachte diese Krankheitsart 490,9 Krankenstandsfälle je 1.000 Erwerbstätige in 2015.

Danach folgen bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten (194,0 Krankenstandsfälle je 1.000 Erwerbstätige) und Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems (165,6 Krankenstandsfälle je 1.000 Erwerbstätige).

Krankenstandsfälle auf 1.000 Erwerbstätige, nach Krankheitsgruppen (2015)
KrankheitsgruppeFälleKrankheitsgruppeFälle
Krankheiten des Atmungssystems490,9Krankheiten des Auges12,1
Bestimmte infektiöse und parasitäre Krankheiten194,0Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett11,9
Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems165,6Krankheiten des Ohrs11,5
Verletzungen, Vergiftungen, äußere Ursachen106,5Neubildungen10,7
Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde70,6Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten4,8
Krankheiten des Verdauungssystems64,0Angeborene Fehlbildungen0,9
Psychische und Verhaltensstörungen29,9Krankheiten des Blutes0,8
Krankheiten des Urogenitalsystems29,4Bestimmte Zustände mit Ursprung in der Perinatalperiode0,1
Krankheiten des Nervensystems25,1Übrige Ursachen5,4
Krankheiten des Kreislaufsystems23,1Diagnose nicht feststellbar4,1
Krankheiten der Haut13,8Alle Krankheitsgruppen1.275,4

Ein Krankenstand dauert rund zehn Tage

Die durchschnittliche Dauer eines Krankenstandsfalls wurde von Beginn der 1990er Jahre bis heute kontinuierlich kürzer, wie die Statistik zeigt. Sie sank von rund 13 auf 9,9 Tage je Krankenstandsfall. „Waren über lange Zeit die Frauen im Vergleich zu den Männern nicht nur seltener, sondern auch kürzer krank, so hat sich in den vergangenen Jahren dieser Trend bei der Dauer nahezu aufgehoben und bei der Häufigkeit seit 2010 umgekehrt“, so die Statistik Austria. 2015 dauerte ein Krankenstandsfall im Schnitt bei Frauen (9,8 Tage) etwa gleich lang wie bei Männern (10,0 Tage).

Die Zahl der Krankenstandstage pro Erwerbstätigen hat sich nahezu kontinuierlich von rund 15 Tage Anfang der 1990er Jahre auf 11,5 Tage im Jahr 2006 verringert und erreichte damit den bisher tiefsten Stand.

In den Folgejahren seit 2006 ist die Anzahl der Krankenstandstage pro Erwerbstätigen wieder gestiegen. Dieser Trend hat bis 2011 angehalten, als 13,2 Krankenstandstage pro Erwerbstätigen verzeichnet wurden – der höchste Wert seit 2001. In 2015 waren es 12,7 Krankenstandstage pro Erwerbstätigen, ein höherer Wert als im Vorjahr – 2014 wurden 12,3 Krankenstandstage pro Erwerbstätigen verzeichnet.

Komfort im Krankenstand

Die gesetzliche Krankenversicherung bietet Leistungen, die fest vorgegeben sind. Wer jedoch eine optimale Behandlung und mehr Komfort wünscht, beispielsweise eine freie Arzt- und Klinikwahl sowie kurze Wartezeiten auf einen Facharzttermin, kann sich mit einer privaten Krankenversicherungs-Polizze absichern. Mit einer entsprechenden Polizze lassen sich beispielsweise die Kosten für eine freie Arzt- und Klinikwahl – beispielsweise die Behandlung bei einem Heilpraktiker oder in einer Privatklinik –, diverse Präventionsangebote und Versicherungsschutz im Ausland absichern.

Versicherbar sind zudem eine Sonderklasse-Unterbringung und -Behandlung im Spital. Je nach Vereinbarung hat man dann bei einem Spitalaufenthalt die freie Wahl bei Arzt, Chirurg und Ein- oder Zweibettzimmer, die Option auf ambulante Operationen und/oder auch die Möglichkeit, beim eigenen kranken Kind in der Klinik zu bleiben.

Einige Krankenzusatz-Versicherungs-Polizzen decken auch die Mehrkosten für Medikamente und Behandlungen, welche die gesetzliche Krankenkasse nicht oder nur noch zum Teil übernehmen, mit ab.


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