09.05.2018

Jeder zweite Mieter träumt vom Eigenheim

(kunid) Fragt man die Österreicher, ob sie an ihrer derzeitigen Wohnsituation etwas ändern wollen, stimmt jeder Zweite zu. Der Preis für eine gebrauchte Durchschnittswohnung ist in Innsbruck am teuersten, gefolgt von Salzburg und Wien.

Fühlen wir uns tatsächlich so unwohl in unseren eigenen vier Wänden? Das zumindest behauptet die aktuelle „Wohnstudie 2018“ – eine repräsentative IMAS-Studie im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

Die Hälfte aller Österreicher wünscht sich demnach eine Veränderung der eigenen Wohnsituation. So möchte auch gleich jeder Fünfte zur Tat schreiten – und in nächster Zukunft renovieren oder gar bauen. Und: Mehr als die Hälfte dieser Veränderungswilligen braucht eine Finanzspritze.

Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Österreich, schätzt den Fremdfinanzierungsbedarf für sanierungsbedürftige Privatimmobilien in den nächsten zehn Jahren auf „knapp sechs Milliarden Euro“. Gemäß Schaufler heißt es also rasch handeln: „Wir gehen davon aus, dass spätestens 2019 wieder Bewegung in den Zinsmarkt kommt. Deshalb raten wir zu Fixzinsen.“

Bregenz, Innsbruck, Wien: Österreichs teuerste Landeshauptstädte

Der gerade veröffentliche (zweite) „ÖVI Marktbericht“ – eine Kooperation zwischen dem Österreichischen Verband der Immobilienwirtschaft (ÖVI) und dem Grundbuchexperten IMMOunited – wiederum gibt eine Idee der landeshauptstädtischen Durchschnittspreise im Eigentum. Dort wurden im Vorjahr allein knapp 40 Prozent aller Wohnimmobilien transaktioniert. Zudem werden im Marktbericht alle Wohnimmobilientransaktionen nach politischen Bezirken aufgelistet.

Einen guten Überblick zum Preisniveau in den einzelnen Landeshauptstädten bietet die Erhebung von (mittleren) Kaufpreisen für eine gebrauchte 70-80 m² große Durchschnittswohnung als griffigen Vergleichswert.

Diesbezüglich nehmen die Top-3-Positionen im Ranking – in dieser Reihenfolge – Innsbruck mit 265.000 Euro, Salzburg mit 264.000 Euro und Wien mit 261.000 Euro ein.

Das Mittelfeld wird von Bregenz angeführt, die definierte Standardwohnung ist dort um 214.000 Euro zu haben – und das Preisniveau in Linz, Graz und Klagenfurt spielt sich zwischen 160.000 und 170.000 Euro ab. Merklich günstiger ist die Durchschnittswohnung in St. Pölten mit 123.000 Euro. Für Eisenstadt konnte mangels ausreichender Daten kein valider Wert dargestellt werden.

Wohnkosten um 40 Euro höher als letztes Jahr

61 Prozent der Österreicher besitzen laut Wohnstudie 2018 ihr eigenes Haus (47 Prozent) oder ihre eigene Wohnung (14 Prozent). Von den 39 Prozent, die in Miete leben – die Haus-Miete macht dabei sieben Prozent aus –, wünscht sich freilich die Hälfte Eigentum.

Ein typischer österreichischer Haushalt umfasst 2,5 Personen und die durchschnittliche Wohnfläche beträgt 115 m² – am Land sind das schon 139 m², in der Stadt hingegen liegt der Durchschnitt bei 87 m². Die monatlichen Kosten belaufen sich im Schnitt auf 651,10 Euro.

Dazu Karin Kiedler, Leiterin Marktforschung der Erste Bank: „Im Vergleich zum Vorjahr haben sich die durchschnittlichen Kosten laut der aktuellen Umfrage um fast 40 Euro pro Monat und Haushalt verteuert.“

Demzufolge wird der Besitz einer Immobilie von mehr als einem Viertel der Österreicher als Anlageobjekt gesehen. Besonders Wohnungseigentümer (47 Prozent) sehen ihre Immobilie als Geld- und Wertanlage, aber auch als Altersvorsorge.

Niedrigzinsphase beschleunigt Aufnahme von Wohnkrediten

Laut Wohnstudie 2018 beabsichtigt aktuell mehr als ein Drittel der Österreicher, die ihre Bau- und Renovierungsarbeiten im Wohnbereich finanzieren möchten, eine Umsetzung „früher als geplant“: Als Grund dafür wird die „anhaltende Niedrigzinsphase“ genannt.

Wie lange diese voraussichtlich noch anhält? Analysten der Erste Bank erwarten eine erste Anhebung der Zinsen für Mitte 2019.

Im Falle eines Finanzierungsbedarfs würden aktuell drei Viertel der befragten Österreicher zu einer fixen Verzinsung tendieren. Schaufler: „Bei uns beträgt der Anteil von Fixzinsvereinbarungen im Neukreditgeschäft derzeit 85 Prozent.“

Bei Fixzinsvereinbarungen bleiben die – noch günstigen – Zinsen und die Raten über den gewählten Zeitraum gleich. Allein im letzten Jahr haben die Erste Bank und Sparkassen 22.600 Menschen ihren Wohntraum finanziert.

Weiterführende Information

Eine Präsentation der Wohnstudie 2018 ist auf der Seite der ERSTE Group als PDF (743 KB) kostenlos herunterzuladen.

Weitere Daten, Fakten und Zahlen finden sich im ÖVI Marktbericht 2017, der im Buch-Shop der ÖVI Immobilien erhältlich ist.


Fragen? – Treten Sie mit uns in Kontakt!


Verpassen Sie keine Beiträge auf unserem Blog!