18.07.2016

Wie (un)sicher sich die Österreicher fühlen

(kunid) Laut einer Befragung in Österreich ist die Mehrheit der Bürger der Meinung, dass sich die Sicherheitslage in den letzten zehn Jahren verschlechtert hat. Sorgen bereiten vor allem die politische Weltlage und die Kriminalität. Die meisten Befragten hoffen, dass sie gefährlichen Situationen aus dem Weg gehen können. Rund die Hälfte sichert sich mittels Versicherungen unter anderen vor den finanziellen Folgen eines Risikoeintritts ab. Weniger als 50 Prozent treffen Sicherheitsvorkehrungen für bestimmte Gefahren.

Etwas mehr als 62 Prozent der Österreicher glauben, die Sicherheitslage habe sich in den letzten zehn Jahren verschlechtert. Sorgen bereiten den Befragten vor allem die politische Weltlage (76,3 Prozent) und die Kriminalität (72,3 Prozent). Auf Platz drei und vier der beunruhigenden Faktoren liegen die Terrorgefahr (66,3 Prozent) und der Datenschutz (56,2 Prozent). Nur rund die Hälfte der Österreicher sorgt sich, von einer Naturkatastrophe betroffen werden zu können.

Das sind einige der Ergebnisse einer Online-Umfrage des Markt- und Meinungsforschungs-Unternehmens Marketagent.com online Research GmbH, die im Auftrag eines Versicherers vorgenommen wurde und an der 1.000 Personen ab einem Alter von 16 Jahren teilgenommen haben.

Sinkende Kriminalitätsrate, steigendes Risiko durch Naturkatastrophen

Tatsächlich gab es laut der aktuellen Polizeilichen Kriminalstatistik zumindest in Österreich in den letzten zehn Jahren noch nie so wenig polizeilich erfasste Anzeigen von Kriminalitätsdelikten wie in 2015 mit knapp 518.000 Anzeigen. Den höchsten Wert seit 2006 weist das Jahr 2007 aus mit fast 593.000 Anzeigen.

Doch auch, wenn die Kriminalität insgesamt zurückgegangen ist, gibt es beispielsweise immer noch fast 300 Haus- und Wohnungseinbrüche pro Woche, 110 Gewaltvergehen pro Tag und fast 49.000 Wirtschafts- und Betrugsdelikte pro Jahr.

Dass das Risiko im Bereich der Naturkatastrophen unterschätzt wird, belegt eine Studie, die im Auftrag des Umweltministeriums und des Klima- und Energiefonds an der Universität Graz erstellt wurde. Experten gehen hier von einem starken Anstieg der Schäden durch den Klimawandel aus. Schon heute liegen die Kosten für klimatisch bedingte Schäden beispielsweise durch Sturm oder Überschwemmung bei rund einer Milliarde Euro pro Jahr. Die Forscher der Studie gehen davon aus, dass sich der Schadensaufwand bis 2050 auf bis zu 8,8 Milliarden Euro pro Jahr erhöhen wird.

Strategie Risikovermeidung

Um sich sicherer zu fühlen, setzen laut Umfrage mehr als 70 Prozent auf die Strategie Risikovermeidung. Rund 46 Prozent treffen Sicherheitsvorkehrungen für unterwegs, noch weniger, nämlich knapp mehr als 44 Prozent, treffen Vorkehrungen für zu Hause, wie etwa die Installation einer Alarmanlage oder den Einbau einer einbruchsicheren Haustür.

Etwas mehr als die Hälfte schließt Versicherungen ab, um beispielsweise im Fall der Fälle zumindest finanziell abgesichert zu sein. So leistet beispielsweise eine Haushaltsversicherung bei vollbrachtem oder auch versuchtem Einbruch-Diebstahl Schadenersatz am beschädigten oder gestohlenen versicherten Hab und Gut, wie Möbeln, Elektrogeräten oder Kleidung. Sie deckt in der Regel auch die im Rahmen des Einbruchs entstandenen Sachschäden, beispielsweise die Reparaturkosten für eine aufgebrochene Eingangstüre.

Auch wenn man außerhalb der Wohnung Opfer eines Raubes wurde, also mit Gewalt oder Androhung von Gewalt zur Herausgabe seines Eigentums gezwungen wurde, sind die entwendeten Sachen in der Regel durch die Haushaltspolizze abgesichert.

Persönliche Absicherungs-Möglichkeiten

Eine bestehende Teilkasko-Versicherung, auch Elementarkasko genannt, erstattet nach einem Autodiebstahl den Wiederbeschaffungswert des gestohlenen Wagens oder auch der aus dem Pkw gestohlenen Kfz-Teile wie Navigationssystem oder Radiogerät. Wenn im Kfz-Vertrag vereinbart, wird für ein neues Auto bis zu einem bestimmten Alter bei einem Diebstahl auch der Neuwert erstattet. Eine Vollkasko-Versicherung wiederum erstattet unter anderem Schäden, die ein anderer beispielsweise auch durch Vandalismus am versicherten Pkw verursacht hat.

In vielen privaten Rechtsschutz-Versicherungs-Polizzen kann vertraglich vereinbart werden, dass die Versicherung die anfallenden Anwaltskosten übernimmt, wenn der Versicherte Opfer eines Verbrechens geworden ist und sein Recht zum Beispiel gegenüber dem Täter einfordern will. In manchen Rechtsschutz-Polizzen ist teils optional der Einschluss eines Antistalking- und/oder Mobbing-Rechtsschutzes möglich, um sich gerichtlich gegen einen entsprechenden Täter zu wehren.

Im Rahmen einiger Rechtsschutz-Versicherungen wird zum Teil auch eine Ausfallversicherung angeboten. Besteht ein solcher Versicherungsschutz, zahlt der Rechtsschutz-Versicherer zum Beispiel eine vereinbarte Versicherungssumme an das versicherte Verbrechensopfer, wenn der Täter zum Schadenersatz verurteilt wurde, diesen aber nicht zahlen kann. In der Regel gibt es von staatlichen Stellen keine finanzielle Entschädigung für gestohlene oder geraubte Sachen.


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