30.03.2022

So riskant sind Kryptowerte

(kunid) Die EU-Aufsichtsbehörden orten steigendes Interesse von Verbrauchern an Kryptowerten. Diese können in unterschiedlicher Form auftreten, allenfalls auch als Basiswert in fondsgebundenen Versicherungen. Die besorgten Behörden haben sich nun in einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt.

Die drei EU-Finanzmarktaufsichtsbehörden – die Banken-, die Wertpapier- und Marktaufsicht sowie die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (Eiopa) – haben jetzt eine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht.

Sie warnen darin Konsumenten, „dass viele Kryptowerte sehr riskant und spekulativ sind“ und für die meisten Endverbraucher als Geldanlage oder als Zahlungs- oder Tauschmittel nicht geeignet sind.

Aktuell gibt es mehr als 17.000 verschiedene Kryptowerte, von denen einige als „virtuelle Währungen“ oder digitale „Coins“ oder „Tokens“ bezeichnet werden.

Steigendes Interesse an Kryptowerten

Hintergrund der Warnung: Die drei Aufsichtsbehörden stellen auf Verbraucherseite „eine steigende Beschäftigung mit Kryptowerten und ein wachsendes Interesse daran fest.

Dies betrifft auch so genannte virtuelle Währungen sowie neue Arten von Kryptowerten und damit verbundene Produkte und Dienstleistungen.

Als Beispiele werden unter anderem „Non-Fungible Tokens“ (NFT), fondsgebundene Lebensversicherungen mit Kryptowerten als Basiswert und dezentrale Finanzierungsanwendungen, die hohe und/oder schnelle Renditen erzielen sollen, genannt.

Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass immer mehr Verbraucher „diese Vermögenswerte in der Erwartung kaufen, eine gute Rendite zu erzielen, ohne die damit verbundenen hohen Risiken zu erkennen.

Preisschwankungen, Komplexität, Sicherheitsbedenken

In der Stellungnahme werden denn auch mehrere solcher Risiken aufgelistet. Zu den größten zählen die Behörden etwa extreme Preisschwankungen von Kryptowerten, aufgrund derer Anleger und Verbraucher einen großen Teil oder sogar das gesamte investierte Geld verlieren können.

Einige Produkte, die Kryptowerte beinhalten, sind sehr komplex und haben mitunter Eigenschaften, die das Verlustausmaß bei ungünstigen Preisschwankungen erhöhen können. Zudem sind die Preisfestlegung von Kryptowerten und die Transaktionen auf Handelsplattformen oft nicht transparent. Auch sind mehrfach Fälle von Marktmanipulation gemeldet worden.

Bedenken bestehen überdies in technischer Hinsicht: Mehrere Emittenten von Kryptowerten und Anbieter von Krypto-Dienstleistungen, darunter Kryptobörsen und Anbieter elektronischer Geldbörsen („Wallets“), sind von Cyberangriffen und schwerwiegenden operationellen Probleme betroffen gewesen.

Viele Verbraucher haben ihre Kryptowerte verloren oder Verluste erlitten aufgrund solcher Hackerangriffe und Störungen oder weil sie die privaten Passwörter für den Zugang zu ihren Vermögenswerten verloren haben.

Warnung vor irreführenden Angaben und Betrug

Kritisch sehen die Behörden weiters, dass einige Kryptowerte und verwandte Produkte aggressiv unter Verwendung von Marketingmaterial und anderen Informationen beworben werden, die unklar, unvollständig, ungenau oder sogar absichtlich irreführend sein können – gerade auch in sozialen Medien.

Auch vor Betrug und arglistigen Handlungen wird gewarnt: Es gibt zahlreiche gefälschte Kryptowerte und betrügerische Praktiken, deren einziger Zweck es ist, die Betroffenen mit unterschiedlichen Techniken, wie z.B. Phishing, um ihr Geld zu bringen.

Phishing bedeutet, dass Daten von Internetnutzern bspw. über gefälschte Internetadressen, E-Mails oder SMS abgefangen werden.

Fehlende Regulierung

Wie in der Stellungnahme angemerkt wird, sind die meisten Kryptowerte sowie der Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen im Zusammenhang mit Kryptowerten in der EU nicht reguliert.

Daher kann ein Verbraucher die Rechte und den Schutz, die bei regulierten Finanzdienstleistungen zur Verfügung stehen, nicht in Anspruch nehmen.


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