So verletzen sich die Österreicher

(kunid) Vergangenes Jahr mussten fast 800.000 Menschen im Spital behandelt werden, was laut KFV einen leichten Rückgang gegenüber 2018 bedeutet. Vier von zehn Österreicher verletzten sich im Haushalt, ein weiteres Drittel in der Freizeit und beim Sporteln. Was dürfen wir aber angesichts Corona für das heurige Unfallgeschehen erwarten?

Bislang führte die Corona-Pandemie zu weniger Ambulanzbesuchen. Das liegt laut dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) daran, dass die Hemmschwelle, ins Spital zu gehen, sehr hoch ist.

Das Kuratorium hat nun die Zahlen für das Unfallgeschehen 2019 in Österreich vorgelegt – und gibt gleichzeitig eine Prognose für das heurige Jahr ab.

Demnach erlitten im Vorjahr in Österreich 781.400 Menschen (mit Wohnsitz in Österreich) bei Unfällen Verletzungen, die eine Behandlung im Krankenhaus erforderlich machten. Davon galten nach vorläufigen Daten 27.500 als Schwerverletzte.

Gegenüber 2018 ist das ein leichter Rückgang, damals wurden 782.200 Verletzte gezählt. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl um 10 %.

Anzahl der Unfalltoten geht langfristig zurück

Weitere 2.551 Personen starben im vergangenen Jahr an den Folgen eines Unfalls. Davon kamen 416 durch einen Verkehrsunfall ums Leben.

Das ist gegenüber 2018 ein Anstieg um 1,6 %, längerfristig verringert sich diese Zahl aber.

Zuhause und nähere Wohnumgebung sind die Haupt-Unfallorte

Rund 40 % (308.600) haben sich bei Haushaltsunfällen verletzt, 35 % (273.000) bei Freizeit- und Freizeitsportunfällen.

Wirft man einen näheren Blick auf das Segment „Sport“, so zeigt sich, dass der relativ größte Teil der Unfälle auf dem Fußballfeld geschah: Von den 189.100 Personen, die sich beim Sport verletzten, waren fast ein Viertel Fußballer.

117.800 oder circa 15 % der Verletzten sind dem Bereich Arbeit und Schule zuzuordnen.

81.900 Verletzte gab es 2019 auf der Straße. Die Verkehrsunfallzahlen „geben in diesem Bereich Grund zur Sorge“, sagt Klaus Robatsch, Leiter der KFV-Verkehrssicherheitsforschung. „Vor allem die Zahl der getöteten Kinder im Straßenverkehr war 2019 sehr hoch.“

Corona-Auswirkungen auf Unfallgeschehen noch nicht klar

Inwieweit sich die Corona-Krise auf das Unfallgeschehen ausgewirkt hat, zeichnet sich laut KFV schon etwas deutlicher ab.

Im Verkehrsbereich hat der Stillstand des öffentlichen Lebens Mitte März zu einem Rückgang der Verletzungen im Straßenverkehr in diesem Zeitraum geführt.

„Die eingeschränkte Mobilität bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass die Zahlen der getöteten Verkehrsteilnehmer in diesem Jahr tatsächlich sinken werden“, schränkt Robatsch ein.

Aus den aktuellen Erhebungen des KFV in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen geht hervor, dass die Bevölkerung „tendenziell vorsichtiger bei Haushalts- oder Sportaktivitäten“ vorgegangen ist. Diese Tendenz spiegelt sich in niedrigeren Ambulanzfrequenzen wider.

Hemmschwelle für Spitalsbesuch ist sehr hoch

Der Rückgang in den Ambulanzen bedeutet dennoch nicht, dass es keine Verletzungen gab, relativiert KFV-Direktor Othmar Thann.

„Tatsächlich wurden in der Zeit der Ausgangsbeschränkungen besonders schwere Unfälle von Handwerkstätigkeiten, Forstarbeiten, Garten- oder Radunfälle behandelt, während leichtere Verletzungen nicht im Krankenhaus behandelt wurden.“

Dazu Thann: „Hier kann davon ausgegangen werden, dass die Hemmschwelle, in ein Krankhaus zu gehen, sehr hoch war und ist.“

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund! Schauen Sie auf sich! Und fragen Sie Ihren Berater: Er wird Sie auf Ihre Möglichkeiten hinweisen – wie Sie sich gegen Unfallgeschehen (in Ihrem Nahumfeld und sonst auch) absichern können.


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