02.08.2019

„Urlaubszeit ist Arbeitszeit für Einbrecher“

(kunid) Zerschlagenes Geschirr und aufgeschnittene Pölster und Matratzen – dieses Horrorszenario müssen aus dem Urlaub Heimgekehrte vergegenwärtigen: Bei einem Einbruch ist der materielle Schaden oft beträchtlich – aber ersetzbar. Das Schockerlebnis und der Verlust des Sicherheitsgefühls in die eigene Privatsphäre hingegen kann schlimme seelische Folgen haben.

Auf der Heimfahrt vom Urlaub schwelgt man noch in Erinnerungen und dann zu Hause kommt die Ernüchterung: die Wohnungstüre ist aufgebrochen – jemand hat sich Zugang zu den eigenen vier Wänden verschafft.

Laut Helvetia Wohnstudie zählt Einbruch zu den drei größten Wohnsorgen der Österreicher. Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäuser in Österreich ging 2015 zwar um 20,6 % zurück, die Hoffnung auf Aufspüren der Täter ist jedoch gering – die Aufklärungsrate liegt nur bei 7,6 %.

Und in einer Studie des Kuratoriums Sicheres Österreich wurde festgestellt, dass 65 % der Einbrüche auf Spontantäter zurückzuführen sind. Also Personen, die nur zufällig vorbeikommen, und ohne lange Vorbereitung und Planung einbrechen.

Der Unterschied zwischen Spontan- bzw. Profi-Täter

35 % sind demnach Profis, die eine gewisse Vorbereitungsphase haben und ihre Beutezüge besser planen.

Die Spontantäter lassen sich mit relativ einfachen Mitteln von der Tat abhalten, aber auch Profis nehmen nicht jedes Risiko in Kauf.

Die potenziellen Beutestücke sind nicht mehr vorwiegend Fernseher, Stereoanlagen oder Fotokameras, sondern vor allem alles, was leicht und schnell wegzuschaffen ist – dazu gehören etwa Autoschlüssel, Bargeld, Pelze, Schmuck und Juwelen oder Kreditkarten.

Österreich als Einbruchs-Paradies

Die Österreicher machen es den Einbrechern oft ziemlich leicht. Volle Postkästen, gekippte Fenster und Billigtüren aus dem Baumarkt sind eine Einladung an finstere Gestalten.

Sie schlagen gerne in der Dämmerung zwischen 17 und 21 Uhr zu, hebeln Terrassentüren aus, zertrümmern Fenster mit Vorschlaghämmern oder zwängen sich durch gekippte Kellerfenster.

Statistisch betrachtet haben Einbrecher vor allem in den Sommermonaten Hochsaison: Einbrecherbanden warten darauf, dass potenzielle Opfer in den Urlaub fahren.

Berücksichtigt man folgende Tipps, macht man es potenziellen Einbrechern besonders schwer.

Sicherheitstüren und Alarmanlagen

Eine Sicherheitstüre ist die wirksamste Barriere gegen Einbrecher. Bei der Auswahl der richtigen Türe helfen ÖNORM und die einzelnen Widerstandsklassen (WK1: niedrigster Schutz bis WK6: höchster Schutz).

Als Sicherheitstüren werden jene Türen bezeichnet, die nach ÖNORM B 5338 geprüft wurden (erkennbar am ÖN-Prüfzeichen).

Und vor allem Alarmanlagen schlagen Täter in die Flucht.

Fenster geschlossen halten

Gekippte oder geöffnete Fenster sind eine Einladung – vor allem für Spontantäter.

Mögliche Einstiegshilfen wie Leitern oder Werkzeuge sollten im Gebäudeinneren eingeschlossen sein.

Beliebtester Einstiegsort: Balkon oder Terrasse

Auch vermeintlich schwer zugängliche Balkon- oder Terrassentüren sollten wie auch Kellerfenster und Lichtschächte sowie leicht erreichbare Fenster entsprechend gesichert sein.

Die Garage nicht vergessen

Das Garagentor ist ebenfalls eine beliebte Möglichkeit für Einbrecher in das Haus zu gelangen.

Wenn die Garage direkt mit dem Haus verbunden ist, sollte auch das Tor entsprechend gesichert werden.

Briefkasten leeren

Bitten Sie Freunde oder Bekannte, den Briefkasten regelmäßig zu leeren oder richten Sie sich ein Urlaubspostfach bei der Post ein – damit nicht offensichtlich ist, dass niemand zu Hause ist.

Vorsicht in sozialen Netzwerken

Kriminelle spionieren spätere Opfer gerne vorab im Internet aus.

Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihren Urlaub schon Wochen oder Monate im Vorhinein auf Facebook & Co. ankündigen wollen, denn mitunter gelangt diese Information an Leute, die darüber besser nicht Bescheid wüssten.

Kurzum: Verzichten Sie auf Fotogrüße aus dem Urlaub.

Täuschen Sie Ihre Anwesenheit vor

Nutzen Sie Zeitschaltuhren, um mittels Voreinstellung das Licht zu gewissen Zeitpunkten einzuschalten.

Bei längeren Abwesenheiten ist es sinnvoll, wenn Sie den Garten pflegen lassen (Pflanzen gießen, Rasen schneiden, Laub rechen usw.).

So geben Sie vor, zu Hause zu sein und schrecken Einbrecher ab.

Nachbarschaftshilfe

Aufmerksame Nachbarn sind das Um und Auf.

Sie bemerken fremde bzw. auffällige Gestalten im Stiegenhaus oder in Ihrer Wohngegend? Alarmieren Sie umgehend die Polizei.

Fazit

Wenn trotz bester Sicherheitsvorkehrungen in Ihren vier Wänden eingebrochen wird und Sie den Täter vielleicht sogar dabei überraschen, denken Sie daran: Materielle Güter sind ersetzbar, Ihre Gesundheit aber nicht.

Spielen Sie nicht den Helden, sondern verlassen Sie sofort Ihre Wohnung und alarmieren Sie die Polizei.

Um den finanziellen Schaden kümmert sich in weiterer Folge die Haushalt-/Eigenheimversicherung.


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