29.11.2017

Wann die Bürger in Pension gehen wollen

(kunid) Letztes Jahr bezogen über 1,6 Millionen Bürger hierzulande eine gesetzliche Alterspension. Pensionisten, die 2016 erstmalig eine Alterspension erhielten, waren jedoch rund zwei Jahre älter als die Pensionisten, die im Jahr 2000 in Alterspension gingen. Eine Studie ist der Frage nachgegangen, was sich die Erwerbstätigen mit Blick auf ihr Pensionseintrittsalter wünschen würden.

Letztes Jahr waren die Bürger, die erstmalig eine gesetzliche Alterspension erhielten, im Durchschnitt 61 Jahre und sieben Monate alt – bei den Männern betrug das durchschnittliche Pensionseintrittsalter 63 Jahre und vier Monate und bei den Frauen 60 Jahre und vier Monate. Zur Jahrtausendwende lag das Pensionseintrittsalter für die Alterspension im Durchschnitt noch bei 59 Jahren und fünf Monaten, beziehungsweise bei den Männern bei 60 Jahren und sechs Monaten und bei den Frauen bei 58 Jahren und vier Monaten.

Grund für dieses Ansteigen sind unter anderem Änderungen bei den Zugangsvoraussetzungen wie dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter zur Alterspension. Aktuell liegt das gesetzliche Antrittsalter für die normale Alterspension bei 60 Jahren für Frauen beziehungsweise 65 Jahren für Männer. Das gewünschte Pensionsantrittsalter ist jedoch niedriger, wie eine repräsentative Umfrage, die das Gallup-Institut im Auftrag einer Bank durchgeführt hat, ergab.

Männer wollen etwas kürzer, Frauen etwas länger arbeiten

Das gewünschte Pensionsantrittsalter beträgt im Durchschnitt rund 58 Jahre, wie die Befragung von 1.001 Personen im Alter zwischen 18 bis 79 Jahren ergab. Dieses niedrige Wunschantrittsalter ist auf eine relativ kleine Gruppe, die sehr geringe Alterswerte nannte, zurückzuführen, so die Auftraggeber der Studie: Konkret erklärten zehn Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen, dass sie vor ihrem 50. Geburtstag aufhören möchten zu arbeiten. Neun Prozent erklärten dagegen, gerne so lange in ihrem Job bleiben zu wollen, solange dies gesundheitlich möglich sei.

Die meisten, nämlich drei Viertel der Männer und zwei Drittel der Frauen, gaben an, gerne bis zum Alter von 60 Jahren oder länger arbeiten zu wollen. Das am häufigsten genannte Wunschalter liegt unabhängig vom Geschlecht zwischen 60 und 63 Jahren. 37 Prozent der Männer und 44 Prozent der Frauen finden sich hier wieder. Ein beachtlicher Anteil wäre also für eine andere Art der Angleichung des Antrittsalters, wie es aktuell geregelt ist.

Denn tatsächlich wird das Antrittsalter der Frauen von derzeit 60 Jahren bis 2033 auf jenes der Männer, nämlich auf 65 Jahre angehoben. Männer wären laut Umfrage jedoch für eine leichte Verkürzung der Lebensarbeitszeit, Frauen für eine leichte Verlängerung. Die meisten, nämlich 64 Prozent der Befragten, sind laut Studie sogar dafür, die gesetzliche Altersgrenze abzuschaffen und es zu ermöglichen, zu einem selbst gewählten Zeitpunkt mit den bis dahin erworbenen Pensionsansprüchen aus dem Arbeitsleben auszuscheiden.

Finanziell abgesichert im Alter

Doch nicht nur das Pensionsantrittsalter ist wichtig, sondern auch, inwieweit man mit der Alterspension tatsächlich auch seinen Lebensstandard halten kann. Denn schon heute entspricht die gesetzliche Alterspension bei Weitem nicht dem letzten Aktiveinkommen während der Erwerbstätigkeit.

Wer daher sichergehen will, dass er nach Erreichen des Pensionsantrittsalters nicht noch aus finanziellen Gründen weiterarbeiten muss, sollte vorzeitig privat vorsorgen.

Ob die voraussichtliche gesetzliche Alterspension zusammen mit der eventuell vorhandenen Altersvorsorge ausreicht, um den Lebensstandard zu halten, kann beim Versicherungsexperten erfragt werden. Sollte dem nicht so sein, berät der Fachmann auf Wunsch auch, welche individuellen, teils staatlich geförderten Altersvorsorgeformen für den Einzelnen infrage kommen können.


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