12.10.2016

Mehr Verkehrsunfälle, mehr Verkehrsopfer

(kunid) Laut der Statistik Austria nahm die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen mindestens eine Person verletzt wurde, in den ersten sechs Monaten dieses Jahres im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um fast drei Prozent zu. Die Anzahl der Verletzten stieg zudem um mehr als vier Prozent. Besonders viele Verletzte gab es bei den 15- bis 19- und den 20- bis 24-Jährigen zu beklagen. Positiv hingegen ist, dass die Zahl der Verkehrstoten im Vergleichszeitraum um rund elf Prozent gesunken ist. Doch auch hier gab es in drei Altersgruppen anteilig mehr tödlich Verunglückte als in anderen.

Nach der vorläufigen Straßenverkehrsunfall-Statistik der Statistik Austria gab es von Jänner bis einschließlich Juni dieses Jahres über 17.200 Verkehrsunfälle mit mindestens einer verletzten oder getöteten Person. Das waren 2,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015 – damals waren es 16.721 Verkehrsunfälle mit Personenschäden und damit 479 Unfälle weniger.

Die komplette Statistik zu den Straßenverkehrsunfällen ist im PDF-Format bei der Statistik Austria kostenlos abrufbar.

Mehr Unfallverletzte und weniger Verkehrstote

Insgesamt verletzten sich in den ersten sechs Monaten 2016 21.740 Menschen in Österreich bei einem Verkehrsunfall. 2015 waren es im gleichen Zeitraum noch 20.823 Personen. Damit stieg die Zahl der Verletzten im selben Vergleichszeitraum von 2015 auf 2016 um 917 Personen beziehungsweise 4,4 Prozent an. Gleichzeitig nahm jedoch die Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2016 im Vergleich zu den ersten sechs Monaten in 2015 um 11,2 Prozent ab.

Von Jänner bis einschließlich Juni 2016 verunglückten 190 Menschen bei einem Verkehrsunfall tödlich, im Vergleichszeitraum 2015 waren noch 214 Verkehrstote zu beklagen. Seit 1961 gab es nur im Jahre 2013 mit damals 189 Verkehrsopfern noch weniger Verkehrstote in den ersten sechs Monaten eines Jahres, so die Statistik Austria.

Anteilig viele Verletze bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Anteilig gab es bei zwei Altersgruppen besonders viele Verkehrsopfer zu beklagen. Insgesamt waren rund zwölf Prozent der bei einem Verkehrsunfall Verletzten zwischen 20 und 24 Jahre alt. Bei den 15- bis 19-Jährigen lag der Anteil sogar bei über 14 Prozent. Im Vergleich dazu sind in der Bevölkerung insgesamt nur rund sechs Prozent der Personen zwischen 20 und 24 Jahre und etwa fünf Prozent zwischen 15 und 19 Jahre alt.

Bei den 45- bis 49-Jährigen und den 50- bis 54-Jährigen lag der Verletztenanteil dagegen bei jeweils etwa sieben Prozent aller Betroffenen, die bei einem Verkehrsunfall einen Personenschaden erlitten haben. Dabei sind statistisch gesehen diese Altersgruppen mit jeweils rund acht Prozent am stärksten in der Bevölkerung vertreten.

Die meisten Verkehrstoten gab es anteilig mit jeweils 8,9 Prozent neben den 15- bis 19-Jährigen auch bei den 70- bis 74-Jährigen zu beklagen. Dabei sind nur etwas mehr als vier Prozent der Gesamtbevölkerung zwischen 70 und 74 Jahre alt. Bei allen anderen Altersgruppen lag der Anteil der tödlich Verunglückten zwischen 0,5 bis 7,9 Prozent. 73 Prozent aller Todesopfer und damit die Mehrheit waren Männer. Erfreulich: Kein Kind zwischen fünf und neun Jahren starb in den ersten sechs Monaten 2016 aufgrund eines Verkehrsunfalles.

Gesetzliche Lücken

Da ein Unfall jeden treffen kann, ist es wichtig, privat richtig vorzusorgen, um im Falle des Falles beispielsweise bei bleibenden Gesundheitsschäden oder Schlimmerem sich und seine Familie zumindest finanziell abgesichert zu wissen. Die gesetzliche Absicherung greift nämlich nicht immer. Denn die soziale Unfallversicherung gibt es in der Regel nur für Beschäftigte auf dem Weg von und zur Arbeitsstelle oder für Arbeitsunfälle während der Berufsausübung.

Auch Studenten, Schüler und Kindergartenkinder sind nur auf dem Weg von und zum Unterricht oder zum Kindergarten und während des Besuchs dort gesetzlich unfallversichert. In der Freizeit sowie bei privaten Tätigkeiten besteht kein gesetzlicher Unfallschutz.

Doch auch wenn ein Leistungsanspruch aus den Sozialversicherungen wie der gesetzlichen KrankenPensions– und/oder Unfallversicherung besteht, werden dadurch die finanziellen Folgen in der Regel nicht ausreichend abgedeckt.

Persönliche finanzielle (Unfall-)Absicherung

Die private Versicherungswirtschaft bietet jedoch für alle Personengruppen, egal ob Beschäftigte, Nichterwerbstätige oder Kinder, zahlreiche individuell passende Lösungen an. Eine private Unfallversicherung gewährt beispielsweise meist weltweit und rund um die Uhr Versicherungsschutz. Zudem können hier neben einer Kapital- und/oder Rentenzahlung im Invaliditätsfall auch ein Krankenhaustagegeld, die Übernahme von Bergungskosten und eine Todesfallsumme individuell vereinbart werden.

Für denjenigen, der bei Unfall, aber auch bei Krankheit finanziell abgesichert sein möchte, empfiehlt sich eine Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung. Sie zahlt zum Beispiel eine vereinbarte Rente, wenn aufgrund gesundheitlicher Probleme eine Erwerbstätigkeit auf Dauer nicht mehr möglich ist.

Eine der günstigsten Hinterbliebenen-Absicherungen ist die Risiko- oder auch Ablebens-Versicherung. Sie zahlt an die Hinterbliebenen beziehungsweise an die im Vertrag festgelegte Person im Todesfall, egal ob dieser durch Krankheit oder Unfall verursacht wurde, die vereinbarte Versicherungssumme.


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