18.07.2016

Autostudie: Gefährliches, Nervendes und Selbsteinsicht

(kunid) Die meisten Pkw-Lenker fühlen sich genervt, wenn andere mit ihren Fahrzeugen grundlos Fahrspuren blockieren oder das Reißverschlusssystem missachten. Es gibt noch diverse andere Verhaltensweisen, die viele Autofahrer nerven oder die sie als besonders gefährlich erachten, wie eine Umfrage zeigt.

Die Mindtake Research GmbH hat für einen Versicherer im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 2.000 Personen ermittelt, was Österreichs Autofahrer im Straßenverkehr als gefährlich empfinden, was sie nervt und welche eigenen Fehler beim Fahren ihnen selbst bewusst sind.

Gefährliches, Nervendes und eigene Fehler

Zwei Punkte werden von besonders vielen, nämlich von jeweils 81 Prozent der Befragten, als gefährlich eingestuft: bei Dämmerung kein Licht einzuschalten und den Rechtsvorrang nicht zu beachten. Am Steuer das Handy zu benutzen finden 80 Prozent riskant.

Allerdings zählen diese drei Fehlverhalten beim Fahren nicht zu jenen, die von den meisten als „besonders nervend“ empfunden werden. Denn was die meisten nervt, sind das grundlose Blockieren der linken oder der mittleren Spur (74 Prozent), die Missachtung des Reißverschlusssystems (73 Prozent) und „sich über alles aufzuregen und wild zu hupen“ (70 Prozent).

Vor allem Jüngere nehmen beim Fahren das Handy in die Hand

Selbstkritik findet sich vor allem, was überhöhte Geschwindigkeit betrifft: 27 Prozent geben zu, hin und wieder zu schnell unterwegs zu sein. Jeder Vierte gibt zu, dass er gelegentlich noch in eine Kreuzung einfährt, obwohl die Ampel auf Gelb oder Rot steht. Auf Platz drei der eigenen Fahrfehler liegt das Hantieren mit einem Mobiltelefon am Lenkrad. 19 Prozent räumen dieses als am häufigsten für gefährlich erachtete Fehlverhalten ein.

Die Handy-Nutzung ist vor allem ein Phänomen der jüngeren Generationen: Bei den unter 30-Jährigen lesen 37 Prozent beim Autofahren Handynachrichten (E-Mail, SMS, Whatsapp), 26 Prozent schreiben selbst solche, und 19 Prozent führen Internetrecherchen durch, etwa nach Adressen oder Öffnungszeiten. Je höher das Alter, desto weniger wird am Handy gelesen, getippt und gewischt: Von den über 50- bis 59-Jährigen zum Beispiel lesen „nur“ 13 Prozent Handynachrichten, neun Prozent schreiben solche.

Unterschiede in den Altersgruppen

Abseits des Handys gibt es in der Umfrage jedoch in der Altersgruppe 30 bis 49 Jahre noch eine Spur mehr „Verkehrssünder“, was die häufigsten eigenen Fauxpas angeht. In dieser „mittleren“ Altersgruppe geben 29 Prozent an, gelegentlich zu schneidig unterwegs zu sein, 27 Prozent fahren hin und wieder in die Kreuzung, wenn die Ampel bereits auf Gelb geschaltet hat oder sogar schon „dunkelgelb“ leuchtet. Auch bei den 50- bis 59-Jährigen räumt die Mehrheit (26 Prozent) ein, dass sie hin und wieder zu schnell unterwegs ist.

Auf Platz zwei liegt mit 24 Prozent ebenfalls das überfahren einer Gelb oder Rot anzeigenden Ampel. Anders als bei den 30- bis 49-Jährigen liegt auf Platz vier der zugegebenen Fehlverhalten nicht die Handynutzung am Steuer, sondern mit 16 Prozent der Spurwechsel ohne zu blinken. Bei den ab 60-Jährigen nehmen die Spitzenplätze der eingeräumten Verkehrssünden das überfahrene Rot- oder Gelblicht an der Ampel (21 Prozent), zu schnelles Fahren (19 Prozent) und Spurwechsel ohne blinken (13 Prozent) ein.

Die Hauptursachen von Verkehrsunfällen

Tatsächlich sind viele eingeräumten Fahrfehler auch die Hauptursachen von Verkehrsunfällen, wie aktuelle Zahlen für das Jahr 2015 der Statistik Austria zeigen. Fast 38 Prozent aller Verkehrsunfälle sind auf Unachtsamkeit oder Ablenkung wie das Telefonieren mit dem Handy ohne Freisprecheinrichtung am Steuer zurückzuführen, so die Einschätzung der Polizeiorgane.

Auf Platz zwei liegen mit über 24 Prozent Vorrangverletzungen und Rotlichtverstöße. Eine nicht angepasste Geschwindigkeit war die Ursache für fast 14 Prozent der Verkehrsunfälle, was den dritten Platz der Hauptursachen bedeutet.


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